Technik kompakt

Hier beantwortet die Initiative pik (Parkett im Klebeverbund) Fragen, die sich rund um vollflächig geklebtes Parkett drehen. Die Fragen und Antworten werden von Vertretern von Handwerk und Industrie gemeinsam erarbeitet.

 Flächenfugen im Parkett – Ursachen und mögliche Präventionsmaßnahmen

Viele Parkettbesitzer kennen das – in der kalten Jahreszeit weist der schöne Boden plötzlich leichte Fugen auf. Schnell ist die Sorge groß, dass das edle Raumbild darunter leidet, dabei sind Flächenfugen zu einem gewissen Grad ganz normal. Wie sie entstehen und sich im Vorfeld verhindern bzw. minimieren lassen, behandelt der aktuelle pik-Dialog.

Warum entstehen Fugen in Holz- und Parkettfußböden?

Holz ist ein lebendiger, hygroskopischer Werkstoff. Durch Aufnahme von Feuchtigkeit dehnt sich Holz quer zur Faser- oder Wuchsrichtung aus, durch Trocknung schwindet es. Fugen bilden sich in der Regel durch (Unter-)Trocknung des Holzes, teilweise auch nach vorheriger Auffeuchtung.

Welche Rolle spielt Auffeuchtung dabei konkret?

Auffeuchtung und Anquellen des Parketts unmittelbar nach der Verlegung, ob nun durch ungünstige Klimabedingungen während oder nach der Verlegung oder zu hohe Restfeuchte im Untergrund, führen in der Folge bei späterem „Normalklima“ und erst recht bei trockenem Heizungsklima zu deutlicher Fugenbildung, da sich die Stäbe im frischen Klebstoffbett ausdehnen konnten und in dieser Position fixiert wurden. Vor allem aus früheren Zeiten, typischerweise bei der Verwendung von Lösemittelkunstharz-Klebstoffen, die über mehrere Tage aushärteten, war dieses Problem bekannt. Heute ist diese Problematik aufgrund schneller härtender Reaktionsharzklebstoffe auf Silan- oder PU-Basis deutlich seltener zu finden.

Und bei optimalen Bedingungen bei der Verlegung?

Hohe Auffeuchtung, ob klima- oder nutzungsbedingt, durch Untergrundfeuchte oder durch einen Wasserschaden, führt bei fest geklebtem Holzfußboden zur Stauchung der sich ausdehnenden Parkettstäbe. Beim Heruntertrocknen auf Normalniveau entsteht dann ein ausgeprägtes Fugenbild, die Ursprungsbreite wird nicht mehr erreicht. Heute ist dieses vermeintliche Schadensbild häufiger zu finden, da mit modernen Parkettklebstoffen geklebte Holzfußböden weniger schnell vom Untergrund abscheren. Was früher ein Totalschaden war, ist oft „nur noch“ eine Reklamation von Schüsselungen und Fugenbildung. Hier muss teilweise Aufklärung durch Hersteller und Sachverständige geleistet werden, um ungerechtfertigte Gewährleistungsforderungen z.B. nach einem Wasserschaden zurückzuweisen.

Ist das der Hauptgrund von Fugenbildung bei Parkett?

Ursache Nr. 1 mit großem Abstand ist und bleibt die Untertrocknung in der Heizperiode. In den Wintermonaten ist eine relative Luftfeuchtigkeit von unter 30 Prozent in bewohnten Gebäuden leider fast die Regel. Durch das Heruntertrocknen des Holzes kommt es zum Schrumpfen des Parkettstabs oder bei Mehrschichtparkett von Decklamellen. An sich ist nach Ende der Heizperiode zwar wieder eine gewisse Breitenangleichung an das ursprüngliche Niveau gegeben, jedoch wird bei sehr starker Untertrocknung nicht mehr die ursprüngliche Einbaubreite erreicht. Im Falle einer Fußbodenheizung wird dabei oft der Untertrocknungseffekt noch verschärft, wenn die erlaubten Maximaltemperaturen anhaltend überschritten werden.

Hat der Verleger Einfluss auf die spätere Fugenbildung?

Denkbar, aber in der Praxis kaum relevant, ist der Einbau von zu feuchtem Parkett, das danach beim Trocknen auf Normalniveau Fugen bildet. Parketthersteller streben aber grundsätzlich korrekte, tendenziell an der unteren Grenze bemessene Holzfeuchten an, um die bekannte Problematik der Fugenbildung zu minimieren. Die Verlegereife, d.h. die ausreichende Trockenheit des Untergrundes, ist vor der Verlegung durch den Verleger zu prüfen.

Welche Rolle spielen Verlegewerkstoffe für die spätere Fugenbildung?

Bei gespachtelten Untergründen ist auf eine ausreichende Trockenzeit der eingesetzten Materialien zu achten. Die Klimabedingungen während und unmittelbar nach der Verlegung müssen die Trocknung bzw. Aushärtung ermöglichen. Beim Kleben von Massivholzböden können harte bzw. schubfeste Parkettklebstoffe gegenüber (weich)elastischen Parkettklebstoffen Fugenbildung und Kantenaufstellungen zwar nicht völlig verhindern, jedoch deutlich vermindern.

Was lässt sich gegen ein untragbares Fugenbild unternehmen?

Abhilfe gegen Fugen wird oft mit Abschleifen, kitten, neu versiegeln sowie Ölen gesucht. Hier ist jedoch der Zeitpunkt von Bedeutung, das sollte erst bei Erreichen „normaler“ Klimabedingungen und Holzfeuchten geschehen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich Fugenkitt nach oben drückt, dabei Versiegelung und herausgequollener Kit abgenutzt wird und sich später wieder Fugen abzeichnen.

Aussicht auf Erfolg haben dabei nur ausreichend fest verklebte Böden, bei größeren Hohllagen oder beweglichen Stäben ist mit größerer Beweglichkeit und erneuter Fugenbildung zu rechnen. Darüber hinaus sind auch die mechanischen Belastungen einer Oberflächenbehandlung geeignet, um gerade noch einigermaßen festliegende Böden endgültig in den Ablösungszustand zu bringen.

Lässt sich übermäßige Fugenbildung bereits in der Planung verhindern?

Bei der Verlegung von (Massiv-)Dielen sollte gefasten Elementen der Vorzug gegeben werden. Die sichtbare Fase nimmt optisch die fast unvermeidliche Fugenbildung vorweg, gefaste Dielen sind daher deutlich weniger reklamationsanfällig. Insbesondere bei der Verlegung von Massivholzböden sind „ruhige“ Holzarten wie Eiche eher „nervösen“ Holzarten wie Buche oder Ahorn, die schnell auf Feuchtewechsel reagieren, vorzuziehen. Genauso sind mehrschichtige Parkettböden in der Regel deutlich weniger anfällig zur Fugenbildung. Besonders auf Fußbodenheizung ist eine möglichst schubfeste und vollflächige Klebung anzustreben.

Wie sieht es bei bereits verlegten Böden aus?

Entscheidend ist, die Hauptursache (Untertrocknung in der Heizperiode) anzugehen. Zum Beispiel durch Aufstellen von Raumluftbefeuchtern und Überwachung des Raumklimas. Denn dauerhaft trockene Raumluft schädigt nicht nur Holzfußböden, sondern auch die Gesundheit der Bewohner.

 Nutzen von EMICODE-Produkten für den Handwerker

Viele gesellschaftlich relevante Themen werden oft ignoriert oder mit dramatischer Überspitzung ausgeschlachtet. Ob Waldsterben, Feinstaub oder Stickoxide: eine unaufgeregte und sachliche Diskussion ist selten geworden. So bleibt es nicht aus, dass es zum Verschleppen von Problemen oder zu hysterischen Maßnahmen kommt und der Verbraucher verunsichert ist. Entsprechende Fragen und Sorgen landen dann meist beim Handwerker. Indem er sich auf Baustoffe mit dem EMICODE verlässt, kann er die Verunsicherung der Endverwender gut auffangen. Wie genau, das verrät der aktuelle pik-Dialog.

Was genau verbirgt sich hinter dem EMICODE?

Vor über 20 Jahren sind die Hersteller aus lösemittelhaltigen Klebstoffen für 99 Prozent der Anwendungen ausgestiegen. Dies geschah gemeinsam und ohne gesetzlichen Zwang. Im Jahre 1997 wurde der EMICODE ins Leben gerufen, die Produkte branchenweit verbessert und für Gesundheit und Umwelt optimiert, weit vor den öffentlichen Debatten über Nachhaltigkeit. Heute ist der größte Teil der Produkte als „sehr emissionsarm“ klassifiziert, leicht erkennbar an der Klassifizierung EMICODE EC1 und EMICODE EC1 PLUS.

Ist der EMICODE zuverlässig?

Von Anfang an hatte der EMICODE strenge Kriterien an die stoffliche Zusammensetzung der Produkte. Grundsätzlich ist die Verwendung von Lösemitteln nicht zulässig. Dieses Kriterium war schon immer die Basis für eine verbesserte Nachhaltigkeit von Produkten, da weder Umwelt noch Mensch mit problematischen Emissionen belastet werden.

Der EMICODE bewirbt Produkte nicht mit präzisen Angaben von Emissionswerten, da diese stets schwanken. Eine solche Angabe wäre unseriös und täuscht den Verbraucher. Für eine maximale Sicherheit der EMICODE-Qualität sorgen regelmäßige, unangemeldete und von unabhängigen Fachlaboren durchgeführte Stichprobenkontrollen.

Wie nachhaltig ist der EMICODE?

Den EMICODE tragen Verlegewerkstoffe, die frei von Lösemitteln sind. Diese sind ergiebiger, ressourcenschonender und umweltverträglicher. Am Beispiel der SMP-Klebstoffe für Parkett stehen dem Verarbeiter 100 Prozent Klebstoff zur Verlegung bereit. Früher wurden in der Größenordnung von 30 Gewichtsprozent an Lösemitteln Emissionen auch bei Bodenbelagsklebstoffen in die Umwelt freigesetzt. Da Lösemittel als Gase zudem unerwünschte klimarelevante Auswirkungen haben, ist ihr Verzicht bei Parkettklebstoffen umso wichtiger und ein Zeichen der Nachhaltigkeit.

Damit ist der EMICODE in diesem Bereich die Grundlage für eine erhöhte Nachhaltigkeit von Produkten. Er prüft zudem auch die Abwesenheit von Problemstoffen, die sicher ausgeschlossen sein sollen. Hier ist unter anderem Formaldehyd zu nennen. Für diesen kritischen Stoff gibt es einen Innenraumluftgrenzwert. Produkte, die den EMICODE tragen, leisten insofern nachweislich keinen Beitrag zu unerwünschten Formaldehydemissionen.

Was macht den EMICODE aus?

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Zeichen und Labeln, die mit unterschiedlichen Anforderungen für sich werben. Im Bereich der Bauprodukte dominiert in Deutschland der EMICODE mit ca. 6.000 Produkten. Er ist auch international ein Qualitätssiegel für ein verlässliches System zur Bewertung von Emissionen aus Bauprodukten, das in punkto Qualität keine Kompromisse macht.

Der EMICODE stellt sicher, dass relevante Emissionen in die Innenraumluft ausbleiben. Damit sind die aktuellen Hygieneanforderungen an Bauprodukte des deutschen Baurechts übererfüllt. Möglichweise ersetzen in den nächsten Jahren europäische Anforderungen über harmonisierte Normen die deutschen Bestimmungen. An der Umsetzung der sogenannten BWR3-Kriterien wird seit langem gearbeitet, sie stellen nur Grundanforderungen. Dagegen setzt der EMICODE schon seit seiner Einführung maximale Anforderungen an das Emissionsverhalten.

Was gewährleistet die EMICODE-Prüfung?

EMICODE-Produkte werden von unabhängigen Laboren geprüft, auch nimmt die Gemeinschaft emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V. (GEV) für Stichprobenuntersuchungen Proben vom Markt. Dies entlastet Handwerker, Bauherren und Architekten deutlich, Produkte nach Emissionen zu bewerten. Denn wer kann einen Prüfbericht auswerten und weiß, welche Stoffe kritisch sind und welche nicht?

Weiterhin garantiert der EMICODE, dass die essentiellen Kriterien für Nachhaltigkeit erfüllt sind. Sind die Produkte nach EMICODE lizenziert, kann sich der Handwerker auf seine wichtige Tätigkeit konzentrieren und den technischen Erfolg seiner Arbeit sicherstellen. Die Kriterien zu Umwelt, Gesundheit und Hygiene sind bei sach- und fachgerechter Anwendung der EMICODE-Produkte automatisch erfüllt.

Welchen Mehrwert bietet der EMICODE dem Handwerk?

Mit seinem hohen Standard für seine Bauprodukte erfüllt der EMICODE die Anforderungen weit über das gesetzlich Geforderte hinaus. Mit ihm wollen die Hersteller zeigen, dass nicht nur verantwortliches und nachhaltiges Handeln im Zentrum ihrer Tätigkeiten steht, sondern dass sich dauerhafte wirtschaftliche Erfolge auf verantwortlichem Handeln gründen. Emissionsarme Produkte gibt es heute nicht nur bei Klebstoffen, sondern bei einer Vielzahl von Bauprodukten, die der Handwerker täglich braucht. Dadurch kann er dem fragenden Verbraucher die Sicherheit geben, dass die von ihm verwendeten Produkte in punkto Emissionen sicher sind, wenn sie den EMICODE tragen.

Das Label hat im Markt neben Sicherheit auch Orientierung geschaffen, die dem Verbraucher signalisiert, dass er sich bei der Auswahl der Produkte auf seinen Handwerker verlassen kann. Und Verlässlichkeit ist die Basis einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Handwerker und Kunden. Der EMICODE wird auch in Zukunft der Maßstab für Bauprodukte aus ganzheitlicher Sicht sein. Bei keinem anderen Zeichen steckt schließlich so viel Erfahrung und Materialkompetenz im System wie beim EMICODE.

Ökologische Faktoren von Parkett

Bei Kaufentscheidungen rücken heutzutage zunehmend ökologische Faktoren verstärkt in das Bewusstsein der Verbraucher. Die Produktauswahl bestimmen immer öfters Aspekte wie die Knappheit der verbrauchten Ressourcen und die Auswirkungen einer Kaufentscheidung auf die Umwelt bzw. auf die nutzenden Personen. Welche ökologischen Faktoren beim vollflächigen festen Kleben von Parkett zum Tragen kommen, behandelt der pik-Dialog.

Welche Rolle spielt das Ursprungsmaterial?

Schon bei den verwendeten Materialien für Produkte hat die Nachhaltigkeit einen sehr hohen Stellenwert. Die Forderung lautet hier, dass bestehende Ressourcen nur soweit in Anspruch genommen werden sollen, wie sie auch wieder bereitgestellt werden oder neu entstehen können.

Holzprodukte haben hier einen entscheidenden Vorteil: Nicht nur, dass ein Baum während seines Wachstums keine knappen Ressourcen benötigt, sondern jeder Baum bezieht den ihm notwendigen Kohlenstoff während seines Wachstums aus der Atmosphäre. Er wandelt bei diesem Vorgang klimaschädliches Gas (CO2) in Kohlenstoff und Sauerstoff um. Der entstehende Sauerstoff ist wiederum für Mensch und Tier lebensnotwendig. Holz hat hier einen klaren Vorteil gegenüber anderen Rohstoffen und der Kauf von Holzprodukten fördert zugleich die Forstwirtschaft, die wiederum die Basis für gesunde, nachwachsende Wälder stellt.

Weist jedes Parkett denselben Holzanteil auf?

Der Holzanteil im Fertigprodukt variiert stark nach Parkettsorte. Pauschal lässt sich sagen, dass die Herstellung von Parkett auf circa 10 bis 20 kg Holz für einen Quadratmeter Parkett basiert, was etwa 99 Prozent bei den meisten Parkettarten ausmacht. Dazu kommen noch, je nach Parkettaufbau und Oberflächenbehandlung, 20 bis 200 g Kleber, Öle/Lacke und Verpackung. Zunehmend setzt auch beim Input dieser Bestandteile ein Umdenken ein und es zeichnet sich ab, dass der Fokus in Richtung nachhaltige Bezugsquellen geht.

Wie nachhaltig fällt die Parkett-Produktion aus?

Jede Herstellung von Gütern bedingt einen direkten oder indirekten Verbrauch an Ressourcen. Beim Parkett sind die Bestandteile aber nahezu komplett aus nachwachsenden Rohstoffen. Außerdem zeichnet sich die Produktion von Parkett durch eine sehr geringe Belastung der Umwelt während der Produktion aus. Zum einen fallen nur Neben- und Abfallstoffe in sehr geringen Mengen an. Die „Reste“ der Parkettherstellung sind fast ausschließlich Holzabfälle, die ohne weiteres zur Wärmeerzeugung genutzt werden können.

Zum anderen erzeugen Hersteller in Deutschland zumeist Öko-Strom, der dann für den Produktionsprozess selbst eingesetzt wird. Der zweite Energieträger ist das bereits genannte Restholz, das dann zur Holztrocknung sowie zum Beheizen der Gebäude im Winter genutzt wird.

Bleiben die ökologischen Faktoren des Holzes in Form des Parketts erhalten?

Auch während der Nutzung kann ein Produkt einen Einfluss auf die Umwelt haben. Ein Parkettboden braucht zum Unterhalt selbst keine Ressourcen und Emissionen fallen nur in sehr geringen Mengen an. Diese bestehen fast ausschließlich aus Terpenen (wie bspw. ätherische Öle), die für den als generell angenehm empfundenen „Holzgeruch“ verantwortlich sind.

Wie sieht es mit Emissionen bei Parkett aus?

Diskussionen über Wohngesundheit achten sehr oft rein auf die Quantität der Emissionen wie bspw. die VOC (flüchtigen organischen Verbindungen). Diese Kennzahl gibt jedoch keine Auskunft darüber, ob oder wie schädlich Stoffe sind, sondern zielt lediglich auf die Quantität. So werben viele künstlich hergestellte Produkte mit geringen Emissionen, obwohl Stoffe mit schlechteren toxikologischen Bewertungen darunter sind. Demgegenüber zeichnen sich Parkett und Parkettklebstoffe durch sehr geringe Emissionen aus, die zudem unbedenklich sind und keine unklaren Substanzen beinhalten.

Und was passiert am Ende der Nutzungsdauer?

Jeder, der schon mal ein Haus umgebaut hat, weiß, dass zunehmend Zeit und Geld für die Entsorgung der entfernten Baustoffe aufgewendet werden muss. Parkett selbst bietet dabei den Vorteil, dass durch den hohen Holzanteil die Entsorgungskosten minimal sind. Insgesamt ist jedoch die lange Lebenszeit eines Parkettbodens entscheidend. Ein Parkettboden kann ohne weiteres über Generationen hinweg genutzt werden, es sind in Privathäusern öfters Böden anzutreffen, die mehr als 100 Jahre alt sind. Einen nachhaltigeren Bodenbelag findet man nirgends.

Was ist für eine derartige Lebensdauer entscheidend?

Ein klassisches Design ist ein Garant für eine lange Nutzungszeit. Um den Boden selbst langfristig zu erhalten, ist bei der Verlegung jedoch vor allem ein vollflächig festes Kleben des Parketts zu empfehlen. Auf diese Weise wird die laufende mechanische Belastung verringert und gleichzeitig die Renovierung vereinfacht. Hinzu kommt, dass Parkett der einzige Bodenbelag ist, der sich mehrmals renovieren lässt. Kratzer, Flecken und Dellen können durch Abschleifen beseitigt werden. Mit einer anschließenden neuen Oberflächenbehandlung sieht der Boden dann wieder so schön aus wie am ersten Tag.

Zusammengefasst punktet Parkett also mit vielen Faktoren. Unsere aktuelle Generation investiert mit Parkett in eine schöne Wohnatmosphäre sowie einen zeitlosen Klassiker und fördert mit ihrer Kaufentscheidung auch aktiv die Umwelt. Schon Generationen vor uns verlegten Holzböden, die im Zuge von Renovierungsarbeiten in Schmuckstücke des Hauses oder einer Wohnung verwandelt werden können. Gerade mit zunehmender Umweltbelastung wird deutlich, dass auch wir ressourcenschonend mit unserer Umwelt umgehen müssen und bei Kaufentscheidungen die Priorität auf Langlebigkeit und Umweltschonung legen sollten. Holz ist dabei eine gute Wahl und die ökologischen Faktoren von Parkett sprechen für sich.

Parkettböden auffrischen, an- und abschleifen

Ein Holzboden wird täglich mit Füßen getreten und unterschiedlichsten Belastungen ausgesetzt: Möbel werden verschoben, Schmutz und Steinchen eingetragen, scharfkantige oder schwere Gegenstände verursachen Kratzer oder werden fallengelassen. Im Laufe der Zeit weist jeder Parkettboden Gebrauchsspuren auf. Je nach Grad der Beschädigung oder optischen Beeinträchtigung kann ein Holzboden aufgefrischt, an- oder abgeschliffen werden. Was sich tun lässt, wenn der Parkettboden trotz regelmäßiger Reinigung unansehnlich aussieht, ist Thema des pik-Dialogs.

Wie werden Gebrauchsspuren am besten beseitigt?

Ob und wie sich Gebrauchsspuren bestmöglich beseitigen lassen, weiß der Experte eines Parkettleger-Fachbetriebs am besten. Er kann vor Ort mit seiner Erfahrung beurteilen, welche Behandlung die optimale ist, damit der Boden wieder schön wird und dem Nutzer lange erhalten bleibt. Nicht nur die Art und Stärke der Gebrauchsspuren fließen in seine Beurteilung ein, sondern auch der Gesamtzustand, die Stärke der Nutzschicht sowie das Alter des Holzbodens. Wichtig ist dabei auch, zu prüfen, ob die Parkettelemente schwimmend verlegt wurden oder geklebt und so fest mit dem Untergrund verbunden sind. Fest verklebtes Parkett sorgt dafür, dass sich z.B. der Raumschall verbessert und die Fugenbildung reduziert wird. Zudem wird beim Schleifen eine gleichmäßigere Oberfläche erzielt und der Holzabtrag minimiert, da die Parkettelemente durch die Vibration und das Gewicht der Schleifmaschine nicht wie beim schwimmend verlegten Parkett in Schwingung geraten. Der Fachmann prüft zusätzlich auch, ob ein z.B. in den 60er und 70er Jahren verklebter Holzboden nach wie vor fest mit dem Untergrund verbunden ist. Denn viele alte Parkettböden sind noch ausreichend fest verklebt und können somit, sofern es die Dicke zulässt, erneut abgeschliffen werden.

Auffrischen – wie effektiv ist diese Maßnahme?

Zeigen sich oberflächliche Schlieren, Grauschleier oder unterschiedliche Glanzgrade am Boden, kann zunächst versucht werden, per Grundreinigung und Einpflege Abhilfe zu schaffen. Dadurch können partielle und flächige Verschmutzungen sowie aufgebaute Pflegemittelschichten entfernt werden. Auch Schmutzablagerungen in tieferen Kratzern lassen sich zum Teil beseitigen, so dass die Beschädigungen weniger deutlich sichtbar sind. Die Grundreinigung bringt die ursprüngliche Oberfläche aus Lack, Öl oder Wachs zum Vorschein. Um diese zu stärken und damit das Holz zu schützen, erfolgt eine Einpflege nach der Grundreinigung. Je nach Oberfläche kommen hierbei unterschiedliche Produkte zum Einsatz. Für einen lackierten Boden empfiehlt sich ein Polish, ein geölter Boden wird mit einem Pflege-Öl behandelt. Für beide Varianten gilt, dass das Parkett mit relativ wenig Aufwand nicht nur geschützt wird, sondern auch optisch gewinnt und wieder schöner aussieht. Dieser Effekt hält lange vor, wenn die nachfolgende Unterhaltsreinigung und -pflege fachgerecht und konsequent durchgeführt wird. Wichtig ist hierbei, dass die Produkte für die Reinigung und Pflege auf die ursprüngliche Oberfläche abgestimmt und auch hierfür entsprechend geeignet sind.

Anschleifen – wird die Lebensdauer des Parkettbodens dadurch verringert?

Nein, das Gegenteil ist der Fall: Die Lebensdauer wird verlängert. Beim Anschleifen eines lackierten Parkettbodens wird dieser mit Schleifpapier in sehr feiner Körnung gleichmäßig bearbeitet. Dadurch wird der Lack nur angeschliffen, nicht jedoch bis auf das rohe Holz abgetragen, so dass die Nutzschicht der Parkettelemente nicht reduziert wird. Ein späteres Abschleifen bleibt somit möglich. Anschließend wird ein hierfür geeigneter und hochwertiger Parkettlack aufgebracht, der das Holz wieder langfristig schützt. Beim Anschleifen können gegebenenfalls oberflächliche Kratzer, Verschmutzungen und auch Pflegemittelrückstände beseitigt werden. Zudem erhält der Parkettboden durch den Lackauftrag eine ebenmäßige geschlossene Oberfläche. Gegenüber dem Abschleifen nimmt das Anschleifen und Neulackieren deutlich weniger Zeit in Anspruch. Es kommt nicht nur dann infrage, wenn die Lackstärke deutlich reduziert ist bzw. schon viele feine Beschädigungen aufweist, sondern vor allem auch dann, wenn eine zu geringe Nutzschichtstärke ein Abschleifen ausschließt, der Boden aber dennoch renoviert und erhalten werden soll. Ein Anschleifen beschränkt sich in der Regel auf einige wenige Ausnahmen und es bedarf einer sehr sorgfältigen Ausführung, damit der aufgebrachte Lack auch überall eine ausreichende Haftung zum „Altlack“ aufweist.

Abschleifen – verursacht das viel Staub?

Beim Abschleifen wird der Parkettboden in mehreren Arbeitsgängen mit Schleifpapier in unterschiedlichen Körnungen geschliffen. Hierbei werden dann nicht nur Verschmutzungen sowie leichte Kratzer und Verfärbungen weitestgehend entfernt, sondern zusätzlich Lack, Öl oder Hartwachs. Auch ein Teil des Holzes wird abgeschliffen. Im Bedarfsfall werden vorhandene Fugen, Vertiefungen und Kratzer geschlossen, damit eine gleichmäßige Oberfläche entsteht, die dann in teilweise mehreren Aufträgen mit Lack, Öl oder Hartwachs behandelt wird. Ein Fachmann führt die Schleifarbeiten immer mit einer Absaugung aus, die den Schleifstaub bereits unten am Boden aufnimmt und gar nicht erst in die Raumluft gelangen lässt. Auf diese Weise bleiben gesundheitliche Beeinträchtigungen aus und der Profi spart dem Kunden das aufwendige Putzen nach den Arbeiten.

Können Laien diese Arbeiten selbst ausführen?

Grundsätzlich gilt: Alle Arbeiten in Sachen Auffrischen sowie An- und Abschleifen sollten am besten immer von einem Fachbetrieb ausgeführt werden. Dieser setzt professionelle Maschinen und Produkte ein, die auf das jeweilige Holz und die vorhandene Oberfläche ideal abgestimmt sind. Nur dann ist ein optimales Ergebnis am Ende gewährleistet.

Sieht das Parkett nach den Arbeiten aus wie neu?

Das hängt letzten Endes von vielen verschiedenen Faktoren ab. Mit dem Abschleifen erzielt der Fachmann am ehesten die Optik eines neuen Parkettbodens. Dennoch sollten Haus- und Wohnungsbesitzer den Holzboden immer als das ansehen, was er ist: ein natürlicher Gebrauchsgegenstand, der mit den Jahren entsprechende Spuren aufweist. Gerade dadurch wird er aber meist umso schöner und einzigartiger.

Klang eines Parkettbodens: Tritt- und Raumschall bei fester Verklebung

Dieses Mal behandelt der pik-Dialog die Frage, wie sich Tritt- und Raumschall bei fest verklebten Parkettböden auswirken. Vielen reicht es aus, ihr Parkett schwimmend zu verlegen oder es per Klicksystem zu verbinden. Doch das vom Profi fachgerecht durchgeführte Verkleben des Bodens ist nicht nur hochwertiger und langlebiger, sondern bringt auch in Sachen Tritt- und Raumschall Vorzüge mit sich.

Wieso entsteht Schall bei Parkettböden?

Mitursächlich hierfür ist die Verwendung von Holz als Material. So bestehen auch die meisten Instrumente eines klassischen Orchesters in wesentlichen Teilen aus Holz. Denn für den Klang der Instrumente ist gerade das Holz ganz entscheidend. Bereits die alten Meister des Geigenbaus haben für den perfekten Klang nur bestimmte Hölzer benutzt. Auch Parkettfußböden, die ebenfalls aus Holz bestehen, verfügen immer über einen besonderen Klang. Selbst wenn ein Parkett in der Regel – mit Konzerthallen als Ausnahme – nicht für seine Klangeigenschaften eingebaut wird, sollte vorher überlegt werden, welche Möglichkeiten bestehen und welche Schallauswirkungen eine bestimmte Installation hat.

Was ist für die Entstehung von Schall entscheidend?

Ganz wesentlich für den Schalleindruck ist, ob das Parkett auf den Unterboden geklebt oder nur lose verlegt wird. Durch das Kleben des Parketts wird es zum „akustischen“ Teil des gesamten Bodens. Beim Begehen wird nun Schall durch die Anregung der gesamten Bodenplatte erzeugt, die aus dem Parkett, dem Klebstoff, gegebenenfalls weiteren Verlegewerkstoffen und dem etwa fünf Zentimeter dicken Estrich besteht. Bei einem lose oder schwimmend verlegten Parkett besteht dagegen die „schwingende Membran“ nur aus dem vergleichsweise dünnen, leichten Parkett. Durch eine im Raum umhergehende Person erzeugt nun ein lose verlegtes Parkett helle und laute Töne. Ist das Parkett jedoch vom Handwerker fest verklebt worden, entstehen dagegen deutlich leisere und dunklere Töne durch die umhergehende Person. Diesen Schalleindruck im Raum bezeichnen Fachleute dabei als „Raumschall“.

Birgt geklebtes Parkett weitere Schallvorzüge?

Neben dem unmittelbaren Eindruck im genutzten Raum ist auch der Eindruck in den benachbarten Räumen wichtig. Während sich die Räume auf einer Ebene bei korrekter Bauweise nur wenig gegenseitig beeinflussen, kann sich der Schall eines Raumes durch die Decke gegebenenfalls nach unten, in den darunterliegenden Raum, ausbreiten. Dieser Schall macht sich im Wesentlichen durch Tritte auf den Boden bemerkbar und wird daher „Trittschall“ genannt. Die Dämmung von Trittschall ist gerade bei großen Häusern ein wichtiges Problem. Indem das Parkett fest verklebt wird, können anfallende „Trittgeräusche“ erheblich reduziert und minimiert werden.

Ist dies  auch bei „losem“ Parkett möglich?

Im deutschsprachigen Raum wird in der Regel der Estrich auf eine recht starke Trittschalldämmung gelegt – und Trittschall unabhängig von der Verlegetechnik reduziert. Hierfür sorgt ein geeigneter Unterbodenaufbau, bei dem gegebenenfalls Dämmmaterialien zum Einsatz kommen. Bei lose verlegtem Parkett wird meist unter das Parkett zusätzlich eine schallisolierende Unterlage eingebaut, diese absorbiert einen wesentlichen Teil des Trittschalls. Damit werden auch bei „schwimmendem“ Parkett für gewöhnlich die Grenzwerte eingehalten. Der Raumschall – die Akustik im selben Zimmer – wird dagegen nur bei klassisch verlegtem Parkett als angenehm empfunden.

Woraus resultiert der geminderte Schall durch Kleben?

Fachhandwerker befestigen die Parkettelemente mit einem umweltschonenden und wohngesunden Klebstoff – erkennbar am EMICODE EC1-Siegel oder dem Blauen Engel für emissionsarme Verlegewerkstoffe – am Unterboden. Das so fixierte Parkett kann dann nicht mehr schwingen – und somit auch keine störenden Töne erzeugen. Geräusche werden dadurch in den massiven Untergrund geleitet, wo sie schließlich ausklingen statt in den Raum zu reflektieren. Und dank des geminderten Schalls steigt auch der Wohnkomfort deutlich.

Gibt es zusätzlich Vorteile durch geklebtes Parkett?

Die Wohngesundheit kann gesteigert werden, denn potentielle Lärmbelästigungen, die als Folge des in die Räume weitergeleiteten Trittschalls auftreten, können sich negativ auf die Gesundheit auswirken. Wer sich für einen fachmännisch geklebten Holzboden entscheidet, profitiert auch hinsichtlich des Komforts von weiteren Vorzügen.

Zum einen lässt sich das Parkett optimal mit einer Fußbodenheizung verbinden und diese kann durch die feste Fixierung zugleich die Wärme besser an den jeweiligen Raum abgeben. Genauso ist bei geklebtem Parkett die Fugenbildung minimal. Und da beim Anschluss an andere Bodenbeläge keine Übergangsprofile notwendig sind, entstehen somit auch keine Stolperfallen.

Zum anderen ist ein geklebter Parkettboden äußerst robust und kann problemlos mehrmals renoviert werden. Ein Abschliff und eine Neuversiegelung gelingen besonders gleichmäßig und unkompliziert. Das Parkett besitzt folglich eine hohe Langlebigkeit – und entsprechend behält der Holzboden seine Vorzüge dauerhaft.

Worauf ist im Vorfeld einer Parkettverlegung zu achten?

Viele Parkettleger ermöglichen ihren Kunden, in ihren Ausstellungen auf den verschiedenen Bodenkonstruktionen selbst einmal Probe zu gehen. Man bekommt auf diese Art einen guten Eindruck, welchen „Klang“ und Raumschall das Parkett im eigenen Haus dann später haben wird. Der Fachhandwerker kennt darüber hinaus auch noch verschiedene Unterlagsbahnen für geklebtes Parkett, mit denen sich Klang und Gehkomfort daheim weiter optimieren lassen.

Unterschiedliche Holzarten: Das passende Parkett für jeden Kunden finden

Dieser pik-Dialog erörtert die Frage, welche Holzart sich für den jeweiligen Zweck und Kundenwunsch am besten eignet. Ist die grundsätzliche Entscheidung für einen Parkettboden getroffen, steht der Kunde vor der Frage, welcher genau es denn nun werden soll. An dieser Stelle eröffnet sich eine schier unendliche Vielzahl an Möglichkeiten. Die Fülle an Holzarten, Sortierungen und Oberflächenbehandlungen kann einen leicht überfordern. Dabei gibt es jedoch grundsätzliche Fragen, die den Entscheidungsprozess vereinfachen. Im Folgenden werden diese kurz dargestellt.

Eiche: „Eine für alle“?

Eiche ist laut den offiziellen europäischen FEP-Zahlen mit einem Marktanteil von 78 % im letzten Jahr der absolute Spitzenreiter. In Deutschland liegt der Anteil noch höher. Die Vorteile der Holzart Eiche sind neben der Regionalität auch gute holzphysikalische Eigenschaften – zum Beispiel, dass sie sehr hart und somit strapazier- und widerstandsfähig ist. Ein weiteres Argument ist nicht zuletzt ihre sehr ansprechende Optik. Auch wenn die Eiche eine überragende Marktposition einnimmt, lohnt der Blick auf die anderen Holzarten.

Warum nicht mal eine andere heimische Holzart?

Man muss nicht immer in die Ferne schweifen – unsere Wälder bieten neben der Eiche noch weitere schöne Holzarten für Parkett. Die Esche ist für den Fußboden ebenfalls in jeder Hinsicht bestens geeignet und zeichnet sich durch eine markante und regelmäßige Maserung ab. Esche ist sehr biegsam, weshalb sie auch als „Holz für Stiele“ gilt.

Der europäische Ahorn eignet sich ebenso bestens für einen hellen und strapazierfähigen Bodenbelag aus dem heimischen Forst. Der Ahorn übertrifft hinsichtlich der  Abriebfestigkeit sogar die Eiche.

Wird ein noch hellerer und homogener Boden gesucht, bietet sich die Buche an. Buchenholz besitzt einen schlichten, feinen Charakter und ein sehr gleichmäßiges Erscheinungsbild.

Kirschbaum weist dagegen einen wärmeren Ton auf, wirkt sehr edel und verfügt über ein vergleichsweise geringes Quell- und Schwindverhalten.

Eignen sich Parkettböden für das Badezimmer?

Bei dieser Frage schütteln die einen nur verständnislos den Kopf, während andere viel Positives zu berichten haben. Eines jedoch ist sicher: Es gibt auch für Feuchträume sehr gut geeignete Holzarten. Vorneweg ist Teak zu nennen, das wegen seiner starken Wasserabweisung und der hohen Abriebfestigkeit im Schiffsbau bevorzugt wird. Jatoba, Merbau oder Doussie sind ebenso empfehlenswert. Auch heimische Hölzer – hier kommt wieder die Eiche ins Spiel – eignen sich grundsätzlich für das Bad. Jedoch neigen diese Holzarten wegen des geringen Öl-Anteils zur Fleckenbildung, wenn Wasser nicht zeitnah entfernt wird. Wird das Parkett auf den Untergrund geklebt, ist es robuster, haltbarer und quillt infolge von Wärme, Luftfeuchtigkeit und Nässe weniger als schwimmend verlegtes Parkett. Durch die feste Bodenhaftung der Elemente entstehen zwischen Parkett und Untergrund keine Hohlräume. Als Finish eignet sich Hartwachsöl besser als Lack, der von unterwandernder Nässe abgelöst werden kann.

Weich versus hart – worin liegen die Unterschiede?

Grundsätzlich ist ein hartes Holz unempfindlicher, wenn mal ein kleines Malheur passiert. Steht diese Eigenschaft im Vordergrund, sind die heimischen Holzarten Eiche oder Esche zu empfehlen. Es gibt auch extrem harte Hölzer, die noch unempfindlicher sind. Dazu zählen die Exoten Robinie, Wenge, Sucupira, Jatoba oder Merbau.

Prinzipiell können auch weiche Holzarten als Parkett verwendet werden. Wenn Hölzer gebürstet (strukturiert) werden, gleichen sich die Nachteile bis zu einem gewissen Grad aus. Bei dieser Oberflächenbehandlung werden die weicheren Teile entfernt und das Holz wird dadurch etwas härter. Zusätzlich fallen kleine Kratzer auf einer gebürsteten Oberfläche kaum mehr auf.

Parkett auf Fußbodenheizung?

Gerade auf einer Fußbodenheizung, die im Winter bei geringer Luftfeuchtigkeit höhere Temperaturen hat, schwinden die Hölzer etwas mehr als üblich und können Fugen bilden. Diese holztypische Eigenschaft wird durch die Abgabe von Feuchtigkeit verursacht. Dieser Vorgang ist reversibel und das Holz quillt bei Aufnahme von Feuchtigkeit wieder an. Das Ausmaß von Schwinden und Quellen ist bei jeder Holzart unterschiedlich.

Es gibt heute bei den meisten Parkettsorten keine technischen Einschränkungen mehr, die der Verlegung auf einer Fußbodenheizung entgegenstehen. Jedoch erhalten manche Holzarten unter diesen erschwerten Bedingungen länger als andere ihre Schönheit. Speziell bei hellen und stark arbeitenden Holzarten wie Ahorn oder Buche zeigen sich oft dunkle Ränder an den Außenseiten des Elements. Mittlere Farbtöne sind hingegen generell weniger empfindlich und somit die bessere Wahl.

Welches Parkett eignet sich in stark frequentierten Bereichen?

In stark frequentierten Bereichen muss nicht auf Parkett verzichtet werden. Von sehr weichen oder auch hellen Holzarten ist hierbei jedoch eher abzusehen, da bei diesen Sorten Abnutzungserscheinungen stärker hervortreten. Entscheidender ist die Oberflächenbehandlung und die Unterhaltspflege: Wird ein geölter Boden verwendet, der regelmäßig mit den passenden Mitteln gereinigt wird, kann der Boden über viele Jahre wie neu aussehen, auch wenn er noch so stark frequentiert wird.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es eigentlich wie mit dem Wetter und der Kleidung ist: Es gibt für jede Situation besonders gut geeignete Holzarten.

Das Ökosiegel kennzeichnet gesundheits- und umweltverträgliche Baustoffe

Wie lässt sich das Thema „Nachhaltigkeit“ umreißen?

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist heute in aller Munde. Er will ein Gegengewicht setzen zur isolierten Betrachtung einzelner Elemente oder nur kurzfristiger Effekte, die aufs Ganze gesehen das Bild verfälschen. Wir kennen das aus Quartalsberichten über  Aktienwerte. Diese sagen kaum etwas über den wahren Wert eines Unternehmens aus, sondern sind allenfalls Momentaufnahmen. So verhält es sich auch bei Öko-Produkten aus ‚natürlichem‘ Palmöl, die über ihre Marktnachfrage zu Abholzungen in Indonesien beitragen.

Was heißt das in Bezug auf Bauprodukte und die Nachhaltigkeit von Gebäuden?

Auch bei Bauprodukten soll bewertet werden, ob sie nachhaltig sind. Hier werden ausschließlich Umweltfaktoren betrachtet. Bewertungsaspekte sind dabei unter anderem der Energie- und Rohstoffverbrauch bei der Herstellung. Ob jedoch ein Produkt mit hohem Rohstoffanteil verwendet werden sollte, entscheidet sich erst beim Einsatz im Gebäude. Erst die Vorstellungen und Wünsche des Auftraggebers entscheiden, welches Produkt in Qualität und Eigenschaften den Anforderungen am besten entspricht. Um ein Gebäude im Hinblick auf die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien berechnen zu können, benötigen Architekten Daten, die sie von den Herstellern über sog. EPDs (Environmental Product Declaration) übermittelt bekommen.

Wonach beurteilt man die Nachhaltigkeit bauchemischer Produkte?

Die Verwendung von Klebstoffen, bauchemischen Materialien oder Farben liegt in der Gesamtbewertung des Öko-Verbrauchs eines Gebäudes im marginalen Bereich von unter 1 %. Deshalb ist es unsinnig, einzelne Produkte hinsichtlich ihres Rohstoff- und Energieverbrauchs miteinander zu vergleichen. Anders verhält es sich mit der Emission flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs). Ein Maßstab für Nachhaltigkeit ist hier vor allem die Kennzeichnung mit dem EMICODE EC1-Siegel für ‚sehr emissionsarme‚ Produkte. Darüber hinaus entscheiden die technische Leistungsfähigkeit eines Bauprodukts und die fachgerechte Verwendung über dessen langfristige Eignung in einem Bauwerk.

Was heißt das speziell für Bodenbelags- und Parkettklebstoffe?

Klebstoffe an sich sind nicht nachhaltig, ihre Verwendung kann es aber durchaus sein. So führt der Verzicht auf einen Bodenbelags- oder Parkettklebstoff nicht selten dazu, dass der Belag bereits nach wenigen Jahren erneuert werden muss. Dies kann über die gesamte Lebenszeit eines Gebäudes hinweg zu einem höheren Energie- und Rohstoffverbrauch führen. Wird ein Belag nur kurzfristig benötigt – was bei hochwertigen Belägen selten der Fall sein dürfte – ist die schwimmende Verlegung von Vorteil. Insgesamt gesehen ist jedoch eine hochwertigere Ausführung – selbst bei anfangs höherem Ressourceneinsatz – im gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes meist die nachhaltigere Lösung.

Dazu gehören die vollflächige Klebung des Bodenbelags sowie seine pflegliche Behandlung in der späteren Nutzungsphase. So haben Qualität bei der Auswahl der Materialien und der Verarbeitung wesentlichen Anteil an der Langlebigkeit der Bauprodukte und der Nachhaltigkeit eines Gebäudes.

Was ist die Aufgabe der Oberflächenbehandlung?

Die Oberflächenbehandlung von Parkett, sei es mit Lack, Öl oder Wachs, soll den Boden gegen Schmutz und Feuchtigkeit schützen und dabei selbst möglichst verschleißfrei sein. Durch solche Oberflächenbehandlungssysteme soll die Lebensdauer des Parketts verlängert und der Pflege- und Reinigungsaufwand reduziert bzw. erleichtert werden.

Lacksysteme „versiegeln“ die Holzoberfläche mit einem dünnen Film, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Bei Öl-Imprägnierungen dringen die Komponenten in das Holz ein und schützen dieses. Wachse werden in erster Linie als Öl-Wachs-Kombinationen oder als Wachspflegemittel verwendet.

Worin unterscheiden sich Lack und Öl?

Lacke: Versiegelungen bilden eine Lackschicht auf dem Holz, verhindern dadurch das Eindringen von Schmutz und Feuchte effektiv und erhöhen die Haltbarkeit des Bodens enorm. Der Lack ist den mechanischen und chemischen Belastungen durch die Nutzung direkt ausgesetzt. Daher muss die Qualität der möglichen Versiegelung der zu erwartenden Belastung und dem Verwendungszweck angepasst sein. Hinsichtlich der Optik wird eine große Bandbreite verschiedener Anfeuerungs- und Glanzgrade angeboten. Die Spanne der Glanzgrade reicht von hochglänzenden bis extramatten Oberflächen, (die das natürliche Aussehen des Holzes betonen). Allerdings lässt sich die Versiegelung nur komplett, nicht partiell, wie bei imprägnierten Oberflächen, überarbeiten. Im üblichen Wohnbereich ist die Renovierung je nach Pflege- und Versiegelungsqualität nur alle 10 – 15 Jahre nötig.

Zur Reinigung und Pflege reicht Staubsaugen, nebelfeuchtes Wischen mit einem milden Spezialreiniger sowie die regelmäßige Behandlung mit einem geeigneten Pflegemittel. Den Parkettboden niemals mit einer nassen Wischflotte überziehen.

Öle: Beim Ölen wird das Holz imprägniert ohne dass eine nennenswerte Schicht entsteht. Das Öl härtet oxidativ (durch Sauerstoffaufnahme) und benötigt zur Trocknung ausreichend Zeit und eine gute Belüftung, bzw. ausreichenden Luftwechsel des Raumes. Weiterhin betont Öl durch seine matte Optik die Struktur des Holzes. Auch Kombinationen aus Öl und Wachs werden auf dem Markt angeboten. Die imprägnierende Wirkung der Öle erhält die natürliche Patina und Haptik des Holzes. Im Unterschied zu den rein imprägnierenden Ölen gibt es auch schichtbildende Öle oder Öl-Wachs-Kombinationen – häufig Hartwachsöle genannt – die ggf. einen höheren Lösemittelanteil aufweisen. Je nach Auftragsverfahren bilden diese Oberflächensysteme eine dichtere Oberfläche und gleichen daher eher einer lackierten als einer geölten Oberfläche.

Zur Reinigung sollte der Boden ebenfalls mit einem fest ausgewrungenen Lappen sowie mit einem geeigneten Reinigungsmittel gewischt werden. Der Boden sollte in der Folge regelmäßig eine Öl- bzw. Wachspflege erhalten. Je nach Beanspruchung der Fläche ist 1- bis 2-mal pro Jahr eine Unterhaltspflege mit einem Pflegeöl erforderlich. Die Angaben der jeweiligen Hersteller sind dabei zu beachten.

Die Gesamtlebensdauer eines geölten oder versiegelten Holzbodens kann, weil mehrfach renovierbar, bis zu 50 Jahre oder länger betragen, abhängig von der Nutzschichtdicke des Parkettbodens.

Worauf sollte der Wohnungsbesitzer achten?

Bei allen Behandlungsmethoden – auch bei der Lackierung – nimmt das Holz in den Sommermonaten Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft auf, in der Heizperiode gibt das Holz die Feuchtigkeit z. T. wieder an die Umgebungsluft ab (Quellung und Schwindung). Holz  beeinflusst dadurch  das Raumklima im positiven Sinne. Bewohner sollten, auch aus gesundheitlichen Aspekten, auf die richtigen Klimabedingungen im Raum achten: Empfehlung: ca. 20 – 22 °C Raumtemperatur und 30 – 65 % relative Luftfeuchte. Hierdurch werden materialbedingte Fugenbildung sowie Schüsselungen (Querkrümmungen) minimiert.

Dauerhafte oder lang anhaltende Luftfeuchtewerte unter 30 % können das Holz, z. B. durch erhöhte Rissneigung oder verstärkte Fugenbildung schädigen.

Weiterhin ist die Reinigung und Pflege gemäß den Herstellervorgaben zum Erhalt der Versiegelung bzw. der natürlichen Oberflächenbehandlung (Öl) einzuhalten. Mit der richtigen Reinigung und mit der darauf abgestimmten, regelmäßigen Pflege erhält man die Schönheit des Holzfußbodens und verlängert die Lebenserwartung deutlich.

Um weiterhin einem vorzeitigen Verschleiß der Holzoberfläche entgegenzuwirken, müssen Laufrollen und Gleiter für Möbel der jeweiligen Norm (DIN EN 125290) entsprechen.

Worauf sollte der Handwerker bei der Auftragungsausführung achten?

Der Handwerker sollte seinen Kunden auf jeden Fall ausführlich über Pro und Contra der jeweiligen Oberflächenbehandlungen beraten. Ist die Produktwahl getroffen, sollte hat der Handwerker im Sinne der ATV VOB/C DIN 18356 Parkett- und Holzpflasterarbeiten auf die erforderlichen Pflegemaßnahmen hinzuweisen und rechtzeitig eine entsprechende schriftliche Anweisung zu übergeben.

Mehrschicht-/Fertig- oder Massivparkett

Worin unterscheiden sich Mehrschicht- und Massivparkett?
Massivparkett besteht, wie der Name schon sagt, aus Parkettelementen, die durchgehend nur aus einem Stück und damit zwangsläufig aus einer einzigen Holzart gefertigt sind. Mehrschichtparkett setzt sich aus mehreren Holzlagen zusammen, von denen nur die oberste aus Edelholz besteht. Darunter befinden sich die Trägerplatte (Zweischichtparkett) und eventuell noch eine weitere Holzlage als Gegenzug (Dreischichtparkett).

Welche Typen von Mehrschichtparkett gibt es?
Bei Mehrschichtparkett treffen wir in der Regel auf die zwei Produkttypen: Zweischichtparkett und Dreischichtparkett. Beide Arten werden überwiegend mit einer endbehandelten Oberfläche, lackiert oder geölt, ausgeliefert. Alle Arten von Mehrschichtparkett werden auch als Fertigparkett bezeichnet.

Was zeichnet Fertigparkett aus?
Fertigparkett weist meistens eine endbehandelte Oberfläche auf. Dadurch kann bei der Erstverlegung auf eine separate Oberflächenbehandlung verzichtet werden, was die Verlegezeit verkürzt. Die Auswahl an Oberflächengestaltungen mit unterschiedlichen optischen Anmutungen ist praktisch unbegrenzt.

Bei welchen Parkettarten können die Vorteile eines geklebten Parkettbodens genutzt werden?
Massivparkett wird in der Regel fest mit dem Unterboden verklebt und bietet so alle Vorteile dieser Verlegart. Gelegentlich, zum Beispiel bei Massivholzdielen, wird es auch auf Lagerhölzer durch Schrauben oder Nageln fixiert.
Zweischichtparkett wird immer geklebt – mit allen damit verbundenen Vorteilen. Auch Dreischichtparkett, das eigentlich für die schwimmende Verlegung konstruiert ist, wird in zunehmendem Maße geklebt, um die damit einhergehenden Vorzüge nutzen zu können.

Worin unterscheidet sich geklebtes Massiv- von geklebtem Mehrschichtparkett?
Massivparkett lässt sich viele Male durch Schleifen und anschließende Oberflächenbehandlung (Lackieren oder Ölen) in einen neuwertigen Zustand versetzen. Geklebtes Mehrschichtparkett weist eine Deckschichtdicke von mindestens 2, 5 bis circa 4 Millimeter Dicke auf. Nach zwei- bis dreimaligem Schleifen ist, je nach ursprünglicher Dicke der Decklage, diese nicht mehr dick genug für weitere Renovierungen.

Lässt sich auch schwimmend verlegtes Dreischichtparkett renovieren?
Da die feste Verbindung zum Untergrund fehlt, kann der schwimmend verlegte Parkettboden beim Schleifen nachgeben und eventuell mitschwingen. Aufgrund der dabei entstehenden Schwingungen kann es zu Oberflächenmarkierungen (sog. „Rattermarken“) kommen. Meistens ist nach einem einmaligen Schleifen keine weitere Renovierung mehr möglich.

Parkettklebstoffe – von hart bis weich

Was versteht man unter dem „Arbeiten von Parkett“?
„Was ist der Unterschied zwischen einem Beamten und Parkett? Parkett arbeitet!“ Dieser gelegentlich genannte Witz – der sicherlich vielen Beamten unrecht tut – weist auf eine generelle Eigenschaft von Holz und daraus gefertigten Gegenständen hin: Sie „arbeiten“. Der Begriff beschreibt dabei den Umstand, dass sich Holz je nach Luftfeuchte und Temperatur ausdehnt oder zusammenzieht. Während dies in vielen Fällen, zum Beispiel bei Möbeln, nur zu kaum sichtbaren Änderungen führt, gibt es Situationen, in denen es „augenfällig“ wird. Bekannt sind zum Beispiel der lockere Hammerstiel, der sich einstellt, wenn man einen Hammer mal einige Nächte draußen hat liegen lassen, lockere, quietschende Treppenstufen oder eben Holzfußböden.

Mit welchen Feuchteänderungen muss man im Jahresverlauf rechnen?
In einem normalen Wohnraum muss man über das Jahr mit Holzfeuchteänderungen von +/- 3 Prozent rechnen. Dies führt zu einer Breiten-Änderung (in Längsrichtung arbeitet Holz kaum) von circa +/- 1 Prozent. Würde man also einfach „Bretter“ über die Länge eines Raums aneinander legen, so würden diese sich im feuchten Sommer bei einem 5 m breiten Raum um circa 5 cm ausdehnen und gegebenenfalls „die Wände wegdrücken“ – ein sicherlich nicht gewollter Effekt. Umgekehrt käme es im trockenen Winter zu einem Schrumpf, der zu – ebenfalls nicht gern gesehen – breiten Fugen führte.

Warum sollte ein Parkettboden möglichst geklebt werden?
Parkettklebstoffe sollen die Elemente an Ort und Stelle fest halten. Seit etwa 50 Jahren werden dafür überwiegend so genannte „schubfeste“ Klebstoffe verwendet. Der Begriff „schubfest“ bedeutet, dass der Klebstoff die Ausdehnung des Parketts weitgehend unterbindet. Gleichzeitig ist er aber nachgiebig genug, um einen kleinen Schrumpf zu ermöglichen. Daher sind während des Winters kleine Fugen zwischen Parkettelementen „normal“.

Was ist der Hauptunterschied zwischen harten und elastischen Klebstoffen?
Je härter der Klebstoff, desto weniger kann das Parkett arbeiten, was die Fugenbildung minimiert. Allerdings muss der Unterboden stabil genug sein, die dabei auftretenden Kräfte aufzunehmen. Der Vorteil weicherer Klebstoffe ist immer, dass sie weniger Kräfte vom Parkett auf den Unterboden übertragen und diesen damit schonen.

Wie sieht der optimale Parkettklebstoff aus?
Auf diese Frage gibt es genauso viele Antworten, wie es Parkett- und Unterbodentypen sowie Kombinationen davon gibt. Abhängig von den vorliegenden Bedingungen, muss sich der optimale Klebstoff mal härter und mal weicher verhalten. In der neuesten Parkettklebstoffnorm, der ISO 17178¹, wird die Anzahl an Kombinationen auf überschaubare drei Fälle reduziert, dort wird zwischen „harten“, „hartelastischen“ und „elastischen“ Parkettklebstoffen unterschieden. Von „hart“ zu „elastisch“ werden sie dabei zunehmend „weicher“. Für vergleichsweise maßstabile Parkettelemente, insbesondere Fertigparkett, werden heute elastische und hartelastische Klebstoffe bevorzugt. Für wenig maßstabile Parkettelemente, also Massivparkett und generell sehr große Elemente verwendet man besser harte und hartelastische Produkte. Parkettleger kennen die Parameter Unterboden und Parkettart sehr gut und können daher leicht den jeweils richtigen Klebstoff auswählen.

¹ISO 17178:2013 – Adhesives – Adhesives for bonding parquet to subfloor – Test methods and minimum requirements

Wohngesundes Kleben

Welche Vorteile hat die „vollflächige Verklebung“ von Parkett?
Anders, als bei der „schwimmenden“ Verlegung wird das Parkett fest auf den Estrich geklebt. Dadurch wird der Raumschall auf ein Minimum reduziert. Geräusche durch den „mitwippenden“ Boden beim Begehen – der sogenannte „Barackeneffekt“, der etwa bei lose verlegtem Laminat entsteht – haben keine Chance mehr. Die Verlegart reduziert zudem Maßänderungen des Parketts durch das natürliche Quellen und Schwinden von Holz bei hoher oder niedriger Luftfeuchte. Das Ergebnis ist eine jahrzehntelang schöne, gleichmäßige Oberfläche. Kleben ermöglicht zur Renovierung das mehrmalige Schleifen und Lackieren des Parketts, was zu einer längeren Lebensdauer führt. Dadurch werden die natürlichen Ressourcen geschont und die Nachhaltigkeit in besonderer Weise hervorgehoben. Ferner ermöglicht die vollflächige Verklebung eine große gestalterische Freiheit. Intarsienarbeiten (Parkett mit zu Mustern, Ornamenten oder Motiven zusammengefügten Holztafeln) oder auch Kombinationen mit anderen Bodenbelägen wie Fliesen oder Naturstein können durch die Verlegart umgesetzt werden. Unterschiedlichste Parkettarten wie Mosaik-, Mehrschicht-, oder Massivparkett in verschiedensten Abmessungen entwickeln erst durch das Kleben ihre vielfältigen und schönen Optiken. Ein weiterer Pluspunkt ist zudem der Einsatz einer Fußbodenheizung. Durch die geringere Aufbauhöhe und die direkte Verklebung mit dem Untergrund wird die Wärme besser und schneller in den Raum geleitet.

Wie entstand die Idee, Parkett vollflächig zu verkleben?
Bei der Verbreitung des Parketts in bürgerlichen Häusern spielten soziale Aspekte wie die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts eine wesentliche Rolle. Das Kleben von Parkett zur Erzielung einer schönen Optik und langen Haltbarkeit hat sich über viele Jahrzehnte durch unterschiedliche Methoden bewährt. Jede gesellschaftliche Epoche hat die Klebtechnik weiterentwickelt. Zunächst stand dabei ausschließlich der Aspekt des festen Verbundes mit dem Unterboden im Vordergrund. Erst nach und nach wuchs die Erkenntnis, dass durch die Verlegtechnik auch die Gebrauchs- und Lebensdauer erhöht wird. Die ersten unbewussten Schritte zur Nachhaltigkeit waren getan. Wohngesundes Kleben war die nächste Stufe durch die Entwicklung von lösemittelfreien und VOC armen Klebstoffen.

Lebt man mit vollflächig geklebtem Parkett wohngesund?
Das Kleben stellt kein Risiko dar, sondern ermöglicht eine höhere Gebrauchsqualität des Parketts. Heutzutage sorgen strenge Kontrollen dafür, dass die Klebstoffe frei von Lösemitteln und VOCs sind. VOCs sind flüchtige organische Verbindungen, die nur noch im Bereich von einigen Millionstel-Gramm im Klebstoff enthalten sein dürfen. Die Gemeinschaft Emissionskontrollierter Verlegewerkstoffe, GEV, zertifiziert die Klebstoffe mit dem EMICODE. Sie führt jährliche Marktuntersuchungen durch und überprüft dabei, ob die geforderten Grenzwerte eingehalten werden. Durch die emissionsarmen Klebstoffe kann man wohngesund leben und sich zugleich über einen dauerhaft werthaltigen – und somit umweltschonenden – Parkettboden freuen. Auch durch die angenehme Geräuschkulisse trägt die vollflächige Verklebung zum Wohnkomfort bei. Wohngesundes Kleben steigert somit in Summe das allgemeine persönliche Wohlgefühl mit der Gewissheit, sich über einen dauerhaft werthaltigen Parkettboden freuen zu können. Die sach- und fachgerechte Beratung und Parkettverlegung durch einen Meisterbetrieb ermöglicht alle umfassenden Informationen zum Thema wohngesundes Kleben.

Gut gemeint und gut gemacht!

Was versteckt sich hinter „Gut gemeint und gut gemacht!“
Ein Parkettboden kann seine vielen Vorteile dann richtig ausspielen, wenn er vollflächig auf den Untergrund geklebt wurde. Hat sich ein Haus- oder Wohnungsbesitzer für die geklebte Parkettvariante entschieden, sollte er auch wissen, dass die Verlegung eine Profiangelegenheit ist, die möglichst vom Fachhandwerker ausgeführt werden sollte – also „Gut gemeint und gut gemacht“. Verzichtet er auf die Beratung und die Ausführung durch den Fachmann, muss er gegebenenfalls Abstriche an der Qualität seines Bodens hinnehmen oder er riskiert möglicherweise sogar einen Schaden. Also nur „Gut gemeint“ – aber das reicht meist eben nicht für einen zufriedenen Kunden.

Warum ist die Beratung durch den Fachhandwerker so wichtig?
Bei einem Parkettboden müssen eine Vielzahl an Kriterien beachtet werden, um einen „Wohlfühlfußboden“ zu erhalten.

Dies fängt bei der Auswahl der passenden Holzart an:

  • Soll das Holz eher ruhig oder lebhaft wirken?
  • Darf sich das Holz mit der Nutzung farblich ändern?
  • Fast jedes Holz ändert sich farblich.
  • Ist das Holz hart genug für die erwartete Beanspruchung

Es setzt sich über die für den Verwendungszweck am bestengeeignete Oberflächengestaltung fort:

  •  Wird eine natürlich anmutende geölte Oberfläche bevorzugt?
  •  Soll die Oberfläche eher reinigungsfreundlich, das heißt, matt lackiert sein?

Und umfasst weitere Fragen, wie etwa:

  • Ist die Oberfläche für die geplante Nutzung ausreichend strapazierfähig?
  • Werden weitere relevante Faktoren, wie Parkettformat, Fußbodenheizung, Raumklima, Nutzergewohnheiten u.a., berücksichtigt?

Warum sollte nur ein Fachhandwerker einen geklebten Parkettboden verlegen?
Bevor die Verlegung des Parkettbodens erfolgen kann, muss der Untergrund beurteilt und sorgfältig vorbereitet werden. Nur ein erfahrener Fachmann kann zuverlässig feststellen, ob ein Untergrund etwa ausreichend trocken und eben sowie tragfähig ist. Der Parkett- oder Bodenleger kennt auch die einschlägigen Regelwerke, wie beispielsweise die Ausführungsnormen für Parkett- und Bodenbelagsarbeiten (DIN 18356 bzw. 18365), in denen die weiteren notwendigen Vorbereitungen und Maßnahmen beschrieben sind. Er entfernt alte Klebstoffreste durch Abschleifen oder verschließt Risse im Untergrund durch fachmännisches Verharzen. Einem Laien fehlt hier schlichtweg der fachliche Hintergrund. Unter Berücksichtigung von Untergrund, Parkettformat, Holzart und geplanter Nutzung wählt er dann auf Grund seiner praktischen Erfahrungen das geeignete Klebstoffsystem aus.

Der Profi kennt auch die Ausführungsdetails zur Verlegung, die letztlich über das gewünschte Aussehen und die Dauerhaftigkeit des geklebten Parkettbodens entscheiden. Korrekte Fugenausführung, fachgerechte Verlegerichtung oder günstigsten Zuschnitt sind für den Fachhandwerker tägliche Routine, während der Laie diese Begriffe meist noch nie gehört hat. Soll Massivparkett hochwertig lackiert oder geölt werden, stellt sich die Frage nach dem richtigen Handwerker kaum noch – hier muss der erfahrene Parkettverleger ran.

Wie kann der Bewohner zu einem optimalen Parkettboden beitragen?
Nach den oben genannten Normen ist der Parkettleger verpflichtet, seinem Auftraggeber eine Pflegeanweisung zu übergeben. Neben den objektbezogenen Hinweisen zur Reinigung und Pflege des erworbenen Parkettbodens enthalten diese auch Hinweise zu einem günstigen Raumklima. Wenn die Wohnungsnutzer dies beherzigen und befolgen, können sie sicher sein, mit dem geklebten Echtholzboden einen wohngesunden, nutzungsfreundlichen und dazu emotional ansprechenden „Wohnungsbestandteil“ erworben zu haben.

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (ABZ) und CE-Kennzeichnung für Parkettböden

Weshalb besteht die ABZ-Pflicht?
Das Deutsche Institut für Bauwesen schreibt vor, dass die Produkte zur Erteilung der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (ABZ) eine Emissionsprüfung bestehen müssen. Dadurch sollen die Bewohner und Gebäudenutzer vor schädlichen Auswirkungen durch flüchtige Substanzen aus den Bauprodukten geschützt werden. Die ABZ-Pflicht gilt daher auch nur für Aufenthaltsräume wie Wohnzimmer oder Verkaufsräume, nicht jedoch etwa für Lagerräume oder Treppenhäuser.

Welche Produkte für Parkettbodenkonstruktionen sind bauaufsichtlich geregelt?
Verlegeunterlagen und Klebstoffe benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Bei Parkettelementen ist zusätzlich noch eine CE-Kennzeichnung erforderlich. Parkettlacke und -öle sowie die zugehörigen Grundierungen müssen ebenso eine ABZ aufweisen.

Warum benötigen Verlegewerkstoffe, Klebstoffe, Parkettlacke und -öle sowie Grundierungen „nur“ eine ABZ und keine CE-Kennzeichnung?
Damit ein Produkt CE-gekennzeichnet werden kann, musses eine zugehörige europäische Norm geben. Für die CE-Kennzeichnung von Parkettelementen sind dies die DIN EN-Normen für die unterschiedlichen Parkettarten. Für die anderen Produktgruppen existieren solche europäischen Normen (noch) nicht.

Was bedeutet die jeweilige Kennzeichnung für dieAnwendung durch den Verleger?
Hat der Parkettleger den Auftrag, einen Parkettboden in einem Aufenthaltsraum zu verlegen, darf er bei den obengenannten Produktgruppen zwingend nur solche mit ABZ verwenden. Macht er dies nicht, weist der Boden möglicherweise einen juristischen Mangel auf und der Auftraggeber kann die Abnahme verweigern. Parkett muss unabhängig von Verlegeart und -ort immer die CE-Kennzeichnung aufweisen.

Was versteht man unter dem Begriff „Aufenthaltsraum“?
Aufenthaltsräume sind alle Räume eines Gebäudes, die zum dauerhaften Aufenthalt von Personen vorgesehen sind. Eine ausführliche Erläuterung ist auf der Website des Deutschen Instituts für Baurecht unter www.dibt.de abrufbar.

Dürfen Verlegewerkstoffe für Parkett, die keine ABZ besitzen, verkauft werden?
Grundsätzlich ja, denn sie könnten ja auch in Räumlichkeiten eingesetzt werden, die nicht zu den Aufenthaltsräumen zählen. Allerdings gilt zu beachten: Der Verleger muss wissen, ob für die jeweilige Anwendung zugelassene Produkte zwingend erforderlich sind. Auf der sicheren Seite ist er immer dann, wenn er ausschließlich Produkte mit ABZ einsetzt.

Was passiert, wenn die CE-Kennzeichnung des Parketts fehlt?
Das Parkett darf in Europa nicht in Verkehr gebracht und demnach auch nicht verlegt werden. Schlimmstenfalls müsste der Parkettboden entfernt werden, wenn dies gefordert wird. Selbst wenn der Auftraggeber den Verlegerschriftlich von allen Folgen freistellt, darf der Handwerker das Parkett nicht verlegen.

pik-Dialog – Kontrollierte Raumklimabedingungenund Parkett

Warum ist ein kontrolliertes Wohnraumklima für einen Parkettboden so wichtig?
Parketthölzer können bei hohem Luftfeuchtegehalt Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen. Wird die Luft wieder trockener, geben sie diese wieder ab. Man sagt Holz „arbeitet“. Als Folge sind Fugen im Parkettboden eine materialtypische Eigenschaft. Die Breiten dieser Fugen lassen sich durch verschiedene Maßnahmen, wie etwa Holzart- oder Parkettformat-Auswahl, gezielt beeinflussen. Ein wichtiger Einflussfaktor ist auch das Raumklima. Je trockener die Raumluft werden kann, desto stärker ist die zu erwartende Fugenbildung. Beispielsweise führen niedrige Luftwechselraten tendenziell zu einer Erwärmung in der Wohnung, die automatisch auch zu einem Absinken der relativen Luftfeuchte führt.

Wenn wir von kontrollierten Raumklimabedingungen sprechen, welcher Bereich ist dann gemeint?
Wir sprechen von Temperaturen etwa zwischen 20 und 22 °C und relativen Luftfeuchten etwa zwischen 40 und 65 %. Damit stimmen die kontrollierten Raumklimabedingungen weitgehend mit unserem Behaglichkeitsbereich überein, d. h. ein Raumklima, das weder durch zu niedrige Luftfeuchte die Schleimhäute austrocknet noch durch zu hohe Luftfeuchten unangenehm drückend wirkt. Kontrollierte Raumklimabedingungen stellen also keine Einschränkung für die Bewohner dar, denn sie werden mehr oder weniger unbewusst sowieso von ihnen angestrebt.

Was sind die wichtigsten Einflussfaktoren auf das Raumklima?
Folgende wichtige Einflussfaktoren sind zu beachten (gilt nicht für Räume mit Klimaanlage):
1. Der Wohnungstyp. Handelt es sich bei der Wohnung um einen ungedämmten Altbau mit relativ starkem Luftwechsel oder handelt es sich im anderen Extrem um einen hochgedämmten Neubau oder gar ein Passivhaus, das eigentlich nur noch zwangsbelüftet bewohnt werden kann?
2. Die Art der Heizung. Die Radiatorheizung mit herkömmlichen Heizkörpern bedingt eine höhere Luftzirkulation als eine Fußbodenheizung und vermeidet damit eine Untertrocknung der Parkettelemente am Boden. Anders die Fußbodenheizung, die direkt über dem Boden die höchstenTemperaturen und damit die trockenste Luft erzeugt.
3. Die Jahreszeit. Im Winter wird kalte Luft aufgeheizt, was, wie bereits beschrieben, zwangsweise zu sehr niedrigen Luftfeuchten führt. Im Sommer sind die Luftfeuchten in Wohnungen ähnlich wie im Freien.

Wann ist ein kontrolliertes Wohnraumklima besonders wichtig?
Ganz eindeutig in einem Passivhaus im Winter. Hier braucht der Parkettleger bereits im Beratungsgespräch Informationen, welches Raumklima vorherrscht. Ein weiterer Aspekt sind Fußbodenheizungen, egal in welchem Gebäudetyp. Sie begünstigen immer die Fugenbildung.Über die Kontrolle des Raumklimas kann die Wirkung von Luftbefeuchtungsmaßnahmen überprüft werden. Eine mögliche Fugenbildung lässt sich so reduzieren.

pik-Dialog „Parkett in Badezimmern“

Parkett in Badezimmern, geht das überhaupt?
Auch wenn es für viele auf den ersten Blick überraschend klingt, Parkett lässt sich bei Beachtung einiger Randbedingungen schadensfrei und dauerhaft in Bädern verlegen. Bäder bieten sich geradezu für Parkettböden an, unterstützt doch dieser warme und natürliche Bodenbelag den zunehmenden Wellness-Charakter moderner Badezimmer geradezu ideal.

Welche Parkettarten eignen sich für die Verlegung in Badezimmern?
Grundsätzlich sollten extreme Formate vermieden werden. Kleinformatiges Mosaikparkett kann aufgrund seines hohen Fugenanteils sehr schnell Feuchtigkeit aufnehmen, was zu unerwünschten Quellerscheinungen führen würde. Dielen ab zirka 120 bis 150 cm Länge neigen bereits bei geringer Feuchtigkeitsaufnahme zu unerwünschten, großen Dimensionsänderungen. Ideal ist etwa Stab- oder Mehrschichtparkett (entsprechende Verleimfestigkeit vorausgesetzt) in gängigen Länge/Breite-Abmaßen.

Gibt es Unterschiede bei der Eignung unterschiedlicher Holzarten?
Ja, es gibt sogar deutliche Unterschiede. Bevorzugt sollten sogenannte gutmütige Holzarten eingesetzt werden, das heißt solche mit langen Feuchtewechselzeiten. Sie überstehen kurzfristige Feuchtigkeitseinwirkungen schadlos. Hier ist vor Allem die Eiche zu nennen sowie viele Tropenhölzer wie beispielsweise Merbau oder das vom Schiffsbau her bekannte Mahagoni. Dagegen sind Hölzer mit kurzen Feuchtewechselzeiten, wie Buche oder Ahorn, nicht empfehlenswert.

Gibt es Einschränkungen bei der Wahl der Oberflächenbehandlung?
Grundsätzlich können in Bädern sowohl geölte als auchlackierte Oberflächen eingesetzt werden. Allerdings sollte geölten Flächen der Vorzug gegeben werden, weil bei ihnen Unterwanderungen durch Wasser an der Holz/Öl-Grenzfläche naturgemäß ausgeschlossen sind.

Sind besondere baurechtliche Regelungen zu beachten?
Ein Parkettboden im Bad ist grundsätzlich möglich und mittlerweile vielfach ausgeführt. Er ist heute noch keine Regelkonstruktion, ist jedoch durch die bestehenden Regelwerke erfasst (siehe pik-Dialog „Abdichtungen“). Vomausführenden Parkettleger wird ein erhöhter Beratungs-und Hinweisaufwand gefordert, den ein professioneller Verleger sicher leisten und auch als Chance zur eigenenProfilierung nutzen kann.

Welche Besonderheiten sind bei der Pflege des fertigen Bodens zu beachten?
Ein Parkettboden im Bad unterliegt bezüglich der erforderlichen Pflege keiner höheren Beanspruchung, als ein Parkettboden in anderen Wohnräumen. Er benötigt daherdie gleiche regelmäßige Reinigung und Pflege wie jederandere Parkettboden auch. Allerdings sollten Wasserpfützen nicht über längere Zeit auf dem Boden stehen bleiben. Daher sollte das Parkett nach dem Baden oder Duscheninsbesondere in den Ecken trocken gerieben werden.Wichtig ist auch, dass das Raumklima, also Raumtemperatur und rel. Luftfeuchtigkeit, möglichst konstant ist, was übrigens für jeden Parkettboden wünschenswert wäre. Nach dem Baden oder Duschen also durchlüften, um die feuchte Luft nach draußen zu transportieren.

Wenn die aufgezählten Punkte beachtet werden, steht einem echten Wohlfühlboden im Bad nichts mehr entgegen.

Fugen

Was sind Fugen?
Im Parkettbereich sind Fugen Spalten zwischen Parkettelementen die optisch erkennbar sind. Fugen werden oft als Beeinträchtigung angesehen und sind deshalb häufig Anlass für Klagen durch den Nutzer des Bodens.

Wann treten Fugen auf?
Holz nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf oder gibt sie an die Luft ab. Holz passt sich mit der eigenen Feuchte immer den herrschenden Luftfeuchten an. Damit verbunden sind auch Maßänderungen und Fugenbildungen. Fugen in Holzfußböden sind also materialtypisch und damit unvermeidbar.

Was beeinflusst die Fugenbreite?
Feuchteänderungen im Holz führen automatisch auch zu Maßänderungen. Je breiter ein Parkettelement, desto größer die Maßänderungen, die durch die Feuchteänderungen hervorgerufen werden. Wird die Raumluft trockener, sinkt auch die Holzfeuchte gegenüber der Einbaufeuchte und es bilden sich Fugen.

Daraus ergeben sich zwei Folgerungen für die Fugenbreite:

1. Je breiter das Parkettelement, desto größer die Maßänderung.
2. Je stärker das Absinken der relativen Luftfeuchte (je trockener die Raumluft wird), umso ausgeprägter die Maßänderung.

Wie kann ich die Fugenbreite beeinflussen?
Soll die Fugenbreite nur gering sein, sollten möglichst schmale Parkettelemente eingesetzt werden. Beim Einbau von breiteren Parkettelementen lässt sich die Fugenbreite nur begrenzen, in dem die relative Luftfeuchte im Raum weitgehend konstant gehalten wird, z. B. in klimatisierten Häusern. Parkett wird üblicherweise mit einem Feuchtegehalt geliefert, der einem Raumklima von ca. 20 °C und etwa 50 % relativer Luftfeuchte entspricht. Wird dieser Wert deutlich unterschritten (relative Luftfeuchte < 40 %, was z. B. während der Heizperiode in der Regel der Fall ist), nimmt die Fugenbreite zwangsläufig zu. Niedrigenergie-bzw. Passivhäuser sind hiervon besonders betroffen.

Über die beschriebenen Effekte hinaus lassen sich Fugenbreiten auch konstruktiv beeinflussen. Diagonale Verlegemuster mit wechselnden Holzrichtungen, z. B. Fischgrätmuster, haben gegenüber Verlegungen im Schiffsverband deutliche Vorteile. Wird auf möglichst geringe Fugenbildung Wert gelegt, sollte auch die Auswahl des Verlegemusters miteinbezogen werden.

Was wird als hinnehmbare Fugenbreite angenommen?
Eine generelle Aussage zu hinnehmbaren Fugenbreiten ist grundsätzlich nicht möglich. Aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Parkettkonstruktionen und Holzarten, ergeben sich unterschiedliche Fugenbreiten. Für die häufig eingesetzten massiven Parkettstäbe mit einer Breite von 70 mm, ist das Auftreten einer Fugenbreite von ca. 1 mm bei ungünstigen Verhältnissen durchaus realistisch, bei breiteren Elementen, z. B. 200 mm breiten Eichendielen, sind dann auch bis zu ca. 3 mm möglich.

Empfohlen werden Holzarten mit einem günstigen differenziellen Schwindmaß. Je kleiner das differenzielle Schwindmaß, desto weniger Quell- und Schwindbewegungen sind zu erwarten. Die Holzart Eiche hat sich z. B. sehr gut bewährt. Holzarten mit ungünstigen holzphysikalischen Kennwerten (wie z.B. Buche oder Ahorn) lassen im Verhältnis zur Eiche auch größere Fugen erwarten.

Massivholzdielen

Was versteht man unter dem Begriff „Massivholzdiele“?
Massivholzdielen werden überwiegend aus Laubholz als einschichtige Elemente gefertigt. Sie sind breiter und längerals Parkettstäbe. Als Orientierung für die kleinsten Maße können zirka 1 Meter Länge und 11 cm Breite dienen.

Welche Holzarten eignen sich zur Verklebung von Massivholzdielen aus technischer und praktischer Sicht beziehungsweise welche Holzarten sind hierfür nicht oder nur bedingt geeignet?
Hölzer für Massivdielen sollten möglichst wenig quellempfindlich sein. Das bedeutet: Die Feuchtewechselzeiten sollten lang sein, damit die Massivdielen auf Änderungen der klimatischen Bedingungen möglichst langsam reagieren und Maßänderungen somit dämpfen. Geeignet und vielfachbewährt ist vor allem die Holzart Eiche.

Welche Klebstoffsysteme sind einzusetzen oder zu bevorzugen unter Berücksichtigung der zu erwartenden Quell- und Schwundtendenzen des Holzes?
Bevorzugt einzusetzen sind schubfeste zweikomponentige Reaktionsharzklebstoffe. Alle einkomponentigen Reaktionsharzklebstoffe sind nach DIN EN 14293 als weiche Klebstoffe eingestuft. Sollen einkomponentige Reaktionsharzklebstoffe zur Klebung von Massivholzdielen eingesetzt werden, sollte nur nach Empfehlung des Klebstoff-herstellers gearbeitet werden.

Wie sollte diesbezüglich die Estrichoberfläche beschaffen sein?
Die Druckfestigkeit des Estrichs sollte mindestens die Klasse C35 nach DIN EN 13813 erfüllen. Darüber hinaus sind geringe Ebenheitsabweichungen anzustreben. Mindestanforderung ist die Erfüllung der DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 3, besser wäre Zeile 4 (erhöhte Anforderungen an die Ebenheit).

Bis zu welchen Breiten ist eine fachgerechte Verklebung technisch möglich?
Massivdielen können in der Regel bis zirka 20 cm Breite sicher geklebt werden. Bei Landhausdielen (mehrschichtig) beträgt die max. Breite ca. 30 cm in Ausnahmefällen auch bis zu 40 cm. Grundsätzlich sollte der Klebstoff eher großzügig aufgetragen werden, um eine möglichst satte Einbindung der Dielen in das Klebstoffbett zu erreichen. In Verbindung mit schubfesten Klebstoffen verhindert dies das Auftreten von Bewegungsgeräuschen beim Begehen. Auch das Beschweren der Dielen während der Abbindezeit des Klebstoffs kann sinnvoll sein. Alle diese Arbeiten sollten nur von einem erfahrenen Fachmann durchgeführt werden.

Sind bei sehr breiten Dielen (größer als 200 mm) Erscheinungsbilder zu erwarten, die den Gesamt eindruck stören?
Bei ungünstigen raumklimatischen Bedingungen werden Verformungen und auch deutlich sichtbare Fugen auftreten. Anschmutzungen lassen Fugen nach einer gewissen Zeit dunkel erscheinen, was insbesondere bei helleren Holzarten oder Oberflächen störend wirken kann. In Verbindung mit Fußbodenheizungen treten diese unerwünschten Effekte verstärkt auf.

Welche Holzeigenschaften kommen einer Massivholzdielenverklebung entgegen?
Aus dem oben Geschilderten ergibt sich, dass Hölzer für Massivdielen die folgenden Eigenschaften aufweisen sollten: Geringe Quellneigung, lange Feuchtewechselzeiten, dunkler Farbton und geradliniger Wuchs.

Mit welchem Feuchtegehalt sollen Massivholzdielen (Verlegung im Wohnbereich) angeliefert werden?
Grundsätzlich sind Massivholzdielen mit dem Feuchtegehalt anzuliefern und zu verlegen, der sich im Ausgleich mit den raumklimatischen Bedingungen 50 % relative Feuchte und zirka 20 °C einstellen würde. Sind raumklimatische Besonderheiten zu erwarten, zum Beispiel in Ausstellungsräumen von Museen oder in Kirchenräumen, macht die Angabe eines Pauschalwerts keinen Sinn. Entscheidend ist dann, dass der Lieferfeuchtegehalt an die zu erwarteten Raumbedingungen angepasst ist. Vor einer Verlegung von Massivholzdielen ist immer ein Beratungsgespräch sinnvoll, in dem diese Frage abgeklärt und auf Besonderheiten hingewiesen werden kann.

Ist eine Verklebung auf Estrichen mit Warmwasserfußbodenheizung zu empfehlen?
Wenn die oben genannten Faktoren beachtet werden, ist eine solche Verlegung gegebenenfalls möglich. Eventuell sollte erwogen werden, die maximale Oberflächentemperatur auf 25 °C zu begrenzen. Für ausreichende Luftbefeuchtung im Winter ist unbedingt zu sorgen. Auch bei Beachtung dieser Maßnahmen sind verstärkte Fugenbildung und Verformungen zu erwarten. Der Nutzer sollte vom Verleger auf diese Erscheinungen hingewiesen werden.

Abdichtungen unter Parkett

Einleitung
Abdichtungen werden heute fast ausschließlich unter keramischen Fliesen bzw. Naturstein bei der Anwendung in Feuchträumen eingesetzt. Da immer öfter auch Parkett in Bädern oder Wellness-Bereichen verlegt wird, ist Abdichtung wichtig für den Parkettleger.

Was ist eine Abdichtung?
Eine Abdichtung ist eine bauliche Maßnahme, die das Bauwerk vor Schäden durch eindringendes Wasser schützen soll. Sie muss überall dort eingebaut werden, wo planmäßig Einwirkungen durch Wasser auftreten. Für den Parkettleger beschränkt sich dies auf Wasserbelastungen in Feuchträumen im Gebäudeinneren. Abdichtungen werden direkt auf den tragenden Untergrund aufgebracht, d.h. bei Anwendungen auf dem Boden zwischen Untergrund und Bodenbelag.

Welche Anforderungen muss eine Abdichtung erfüllen?
Eine Abdichtung soll die Gebäudesubstanz dauerhaft vor der schädlichen Wirkung von Wasser schützen. Damit dies ausreichend gewährleistet ist, muss sie an die jeweils zu erwartenden Beanspruchungen angepasst sein. Daraus abgeleitet ergeben sich definierte Beanspruchungsklassen, die in den jeweiligen Regelwerken spezifiziert sind. Da Abdichtungen tragende Bauteile schützen sollen, müssen die eingesetzten Produkte Eignungsnachweise, in der Regel ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis, besitzen.

Wie funktioniert eine Abdichtung?
Wie der Name schon sagt, muss eine Abdichtung wasserdicht sein und darüber hinaus auch schmale Risse überbrücken können, was sich über spezielle Prüfungen nachweisen lässt. Aber nicht nur die Fläche, sondern auch Anschlüsse oder Bauteilecken müssen zuverlässig dicht sein. Daher sollten für eine funktionierende Bauteilabdichtung aufeinander abgestimmte Produkte in einem System eingesetzt werden.

Welche Werkstoffe kommen für Abdichtungen zum Einsatz?
Am Boden werden nur hoch kunststoffmodifizierte zementäre Trockenmörtel oder flexible 2K-Epoxidharze eingesetzt. Nach zweimaligem Auftrag der jeweiligen Produktelässt sich unter Einhaltung der vorgeschriebenen Trockenzeiten und Mindestdicken der Belag aufkleben.

Wann und wo muss abgedichtet werden?
Bei planmäßig durch Feuchtigkeit beanspruchten Flächen ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal das Ausmaß der erwarteten Feuchtebeanspruchung: Hochbelastete Flächen, wie etwa Bodenflächen in öffentlichen Schwimmbädern oder Duschen, sind immer bauaufsichtlich geregelt. Mäßig belastete Flächen, wie z.B. Bäder im Privatbereich oder in Hotelzimmern, unterliegen nicht der Bauaufsicht; auch dort ist es jedoch Stand der Technik, dass abhängig von der Höhe der Belastung und der Beschaffenheit des Untergrundes eine geeignete Abdichtung aufgebracht wird.

Welche Regelwerke gelten für Abdichtungen?
Hochbelastete Flächen (bauaufsichtlich relevant) werden über die Bauregelliste des Deutschen Instituts für Bautechnik geregelt. Im nicht bauaufsichtlich relevanten Bereich stellt die ZDB-Richtlinie „Verbundabdichtungen“ den Stand der Technik dar. Beide Regelwerke beziehen sich allerdings immer auf Abdichtungen im Verbund mit keramischen Fliesen bzw. Naturstein.

Welche Regelwerke gelten für Abdichtungen in Verbindung mit Parkett?
Für Parkett als Oberbelag im hoch belasteten Bereich gibt es keine bauaufsichtliche Regelung. Wird Parkett hier als Oberbelag verlegt, was z.B. bei Hotelschwimmbädern zunehmend Anhänger gewinnt, sollte der Planer die Abdichtung gemeinsam mit dem Hersteller der Verlegewerkstoffe unter Einbezug des bestehenden Regelwerks für keramische Fliesen erörtern. Für mäßige Beanspruchungen stellt seit 2007 das BEB-Merkblatt „Abdichtungsstoffe im Verbund mit Bodenbelägen“ den Stand der Technik dar, dem der Parkettleger unbedingt folgen sollte.

Was sollte der Parkettleger bei Abdichtungsarbeiten besonders beachten?
Wichtig ist zunächst überhaupt zu wissen, dass im Feuchtebereich Abdichtungen berücksichtigt werden müssen. Abdichtungen umfassen immer die gesamte Fläche inklusive Übergänge. Um Kompatibilität der Produkte zu gewährleisten, sollte immer im System eines Herstellers gearbeitet werden. Hilfreich ist, wenn Parkett- und Fliesenleger ihre Arbeiten aufeinander abstimmen. Darüber hinaus ist auf feuchteunempfindliche Untergründe (Zement- oder Gussasphaltestrich) zu achten. Zur Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Untergrund aufgetragene Dichtgrundierungen sind keine Abdichtungen im bauaufsichtlichen Sinne. Im Zweifelsfall sollte immer der Planer oder der Hersteller der Verlegewerkstoffe in die Auslegung des Fußbodenaufbaus mit einbezogen werden.

Fußbodenheizung

Welche Klebstoffe eignen sich zur Verklebung von Parkett auf Estrichen mit Warmwasserfußbodenheizung?
Prinzipiell eignen sich alle Klebstofftypen auch für die Verklebung auf Warmwasserfußbodenheizung. Entscheidend ist die Empfehlung des Herstellers. Maßgeblich für die Klebstoffauswahl ist vor allem, welche Art von Parkett verlegt werden soll. Darüber hinaus sind selbstverständlich die Herstellerangaben, wie z. B. maximale Oberflächentemperatur, einzuhalten.

Ist die Auswahl des Klebstoffes dabei abhängig von der jeweiligen Parkettkonstruktion und der zu verlegenden Holzart?
Wie bereits erwähnt ist die Parkettkonstruktion ausschlaggebend für die Produktauswahl. Das Temperaturintervall ist bei einer beheizten Konstruktion größer als bei einer unbeheizten, zudem wird dann geheizt (im Winter), wenn die Luftfeuchten schon relativ niedrig sind. Dadurch erhöhen sich die möglichen Belastungen der Verklebung. Im Zweifelsfall sollte daher auf Produkte zurückgegriffen werden, die tendenziell mehr Sicherheitsreserve bieten, z. B. Reaktionsharz-Klebstoff anstelle von Dispersions-Klebstoff.

Wie muss der zu belegende Untergrund beschaffen sein, um darauf Parkett verkleben zu können?
Die Vorgaben der DIN 18356 müssen erfüllt sein. In dieser Norm sind die Prüfpflichten des Parkettlegers aufgelistet. Die Fußbodenheizung führt tendenziell zu höheren Belastungen, damit verbunden sind z. B. höhere Zugspannungen vom Klebstoff zur Estrichoberfläche. Daher ist insbesondere auf eine ausreichende Festigkeit der Estrichoberfläche zu achten. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass ein Aufheizprotokoll vorliegt.

Sind vor, während und nach der Parkettverlegung bestimmte Oberflächentemperaturen des Estrichs zu beachten?
Die Mindesttemperatur für Untergrund und Umgebung bei der Parkettverlegung beträgt 15 °C. Bei höheren Temperaturen verkürzt sich bereits die offene Zeit der Klebstoffe spürbar, daher gibt es einen idealen Temperaturbereich, der bei ca. 15 – 18 °C liegt. Bei Fußbodenheizungen darf die Vorlauftemperatur 55 °C nicht überschreiten. Für die maximale Temperatur an der Parkettoberfläche schreiben die Parketthersteller einen Wert von 26 – 28 °C vor; im Zweifelsfall muss die Vorlauftemperatur gesenkt werden. Wird diese Temperatur überschritten, trocknet das Parkett übermäßig; es schrumpft und die dadurch auftretenden Spannungen führen zu den bekannten Schäden.

Wie verhalten sich die sog. elastischen Klebstoffe auf Estrichen mit Warmwasserfußbodenheizung?
Unabhängig davon, ob eine Fußbodenheizung vorhanden ist oder nicht, lassen elastische Klebstoffe das Holz eher arbeiten. Trocknungsbedingte Fugenbildung, vor allem im Winter, wird dadurch früher sichtbar. Die Fußbodenheizung erweitert den möglichen Temperaturbereich hin zu höheren Temperaturen, dadurch erhöhen sich insgesamt die auftretenden Temperaturdifferenzen und damit verbunden die maximalen und minimalen Feuchtegehalte im Parkett (siehe auch Frage 2). Fugen können dadurch breiter werden. Tendenziell treten bei weichelastisch geklebtem Parkett auf Fußbodenheizung sichtbare Fugen eher auf.

Wie verhalten sich die Klebstoffe im «Störfall», wenn die Fußbodenheizung überhitzt wird, und bis zu welchen Temperaturen sind die Klebstoffe beständig?
Wird die Fußbodenheizung überhitzt, können durch z. B. Untertrocknung und der damit verbundenen Schwindung so hohe Spannungen auftreten, dass die Gesamtkonstruktion an der schwächsten Stelle «nachgibt». Typische Schadensbilder sind dann z. B. Bruch in der Estrichrandzone, Trennung im Klebstoff oder Parkettschaden.

Ist durch die Fußbodenheizung damit zu rechnen, dass die Klebstoffe in ihrer Haltbarkeit bzw. Dauerhaftigkeit beeinträchtigt werden?
Von Lösemittel-Kunstharzklebstoffen ist bekannt, dass sie auf Fußbodenheizung langsam verspröden können. Dispersions- und Reaktionsharz-Klebstoffe werden durch die Fußbodenheizung praktisch nicht negativ verändert.

Fragen zur TRGS (Technische Regel für Gefahrstoffe)

Was regelt die Gefahrstoffverordnung?
Die Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen (Gefahrstoffverordnung –GefStoffV) regelt das Inverkehrbringen von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen zum Schutz der Beschäftigten und anderen Personen vor Gefährdung ihrer Gesundheit. Zudem dient sie dem Schutz der Umwelt vor stoffbedingten Schädigungen. Sie wurde von der Bundesregierung erlassen und ist eine Rechtsverordnung des Gesetzes zum Schutz von gefährlichen Stoffen (Chemikaliengesetz). Mit der am 1.1.2005 in Kraft getretenen Verordnung wurde u.a. die EU Richtlinie 98/24/EG umge- setzt.

Wer erstellt die Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS)?
Die „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“ (TRGS) werden von dem AGS (Ausschuss für Gefahrstoffe) erstellt. Dieser Ausschuss wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit berufen. Zu den Aufgaben gehört  u.a.
● Regeln und gesicherte Erkenntnisse für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zu ermitteln, die dem Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Arbeitshygiene entsprechen, einschließlich Einstufung und Kennzeichnung der Gefahrstoffe,
● Regeln zu ermitteln, wie die in der Verordnung gestellten Anforderungen erfüllt werden können.
Der Ausschuss hat für den Bereich Bodenbeläge, Parkett- und Holzfußböden zwei Arbeitskreise berufen, die die entsprechenden TRGS erarbeitet haben und aktualisieren. In den Arbeitskreisen arbeiten u.a. die Rohstofflieferanten, Hersteller von Versiegelungsmitteln (CTA) und Klebern (TKB), der Verband der Deutschen Parkettindustrie (VDP) und der Zentralverband Parkett- und Fußbodentechnik (ZVP) mit. Weiterhin die IG BAU, Vertreter der Länder und der Berufsgenossenschaften.
Für die Oberflächenbehandlung gilt die TRGS 617 „Ersatzstoffe und Ersatzverfahren für stark lösemittelhaltige Oberflächenbehandlungsmittel für Parkett und andere Holzfußböden“, für die Verklebung von Bodenbelägen, Parkett- und Holzfußböden die TRGS 610 „Ersatzstoffe und Ersatzverfahren für stark lösemittelhaltige Vorstriche und Klebstoffe für den Bodenbereich“.

Ist die Gefahrstoffverordnung zwingend einzuhal- ten bzw. welche Rechtsfolgen ergeben sich für den
Parkettleger bei einem Verstoß gegen die Verordnung?
Die Gefahrstoffverordnung ist ein Bestandteil des Chemikaliengesetzes und daher zwingend einzuhalten. Das Chemikaliengesetz sieht bei Verstößen – je nach Schwere – entweder ein Bußgeld oder aber auch Strafen vor. So kann eine Baustelle bei einem Verstoß gegen die Gefahrstoffverordnung stillgelegt werden. Wird z. B. beim Einsatz stark lösemittelhaltiger Klebstoffe ohne den Einsatz einer starken Absaugung oder eines Atemschutzes gearbeitet, muss im Prinzip die Arbeit eingestellt werden.

Fragen zu den neuen Europäischen Parkettnormen

Wie heißen die einzelnen neuen Produktnormen für Parkett und ab welchem Zeitpunkt haben sie Gültigkeit?
Es sind bisher 7 Produktnormen erschienen. Eine Norm befindet sich derzeit in der Umfrage. Die Gültigkeit ergibt sich aus dem Erscheinungsdatum.

DIN/EN: 13226 – Bezeichnung: Massivholz-Parkettstäbe mit Nut und/oder Feder –  Erscheinungsdatum: Mai 2003
DIN/EN: 13227 – Bezeichnung: Vollholz-Lamparkettprodukte – Erscheinungsdatum: Mai/Juni 2003
DIN/EN: 13228 – Bezeichnung: Massivholz-Overlay-Parkettstäbe einschl. Parkettblöcke mit einemVerbindungssystem – Erscheinungsdatum: Mai/Juni 2003
DIN/EN: 13488 – Bezeichnung: Mosaikparkettelemente – Erscheinungsdatum: Mai 2003
DIN/EN: 13489 – Bezeichnung: Mehrschichtparkettelemente – Erscheinungsdatum: Mai 2003
DIN/EN: 13629 – Bezeichnung: Massive Laubholz-Parkettdielen – Erscheinungsdatum: Mai/Juni 2003
DIN/EN: 13990 – Bezeichnung: Massive Nadelholz-Fußbodendielen – Erscheinungsdatum: April 2004
DIN/EN: 14761 – Bezeichnung: Vollholzparkett, Hochkantlamelle, Breitlamelle und Modulklotz – Erscheinungsdatum: Einsprüche bis  30.11.03, Juni 04 Kommentarprüfung

Gibt es eine Übergangsfrist zwischen den alten und den neuen Parkettnormen?
Nein. Mit dem Erscheinen der neuen europäischen Normen verlieren die nationalen Normen ihre Gültigkeit.

Die einzelnen Sortierungsmerkmale sind jetzt in drei verschiedene Klassen eingeteilt, Klasse  ⃘  Δ □. Wird die Parkettindustrie die Erscheinungsklassen anbieten oder wird die laut Norm mögliche „Freie Klasse“ an Bedeutung gewinnen?
Es wird beides geben. Die Aufteilung in genormte Sortierklassen und freie Klassen gab es in der Praxis schon immer. Deshalb wird sich durch die offizielle Aufnahme  der „Freien Klasse“ nichts ändern. Jetzt sind aber die Merkmale systematisiert und erleichtern dadurch den Vergleich.

Wie soll sich der Parkettleger verhalten, sofern ihm eine „Freie Klasse“ angeboten wird, welche Pflichten hat der Hersteller diesbezüglich?
Der Parkettleger verhält sich genau so wie bisher. Durch die tabellarisch erfassten Merkmale kann er jetzt die Sortierung konkret prüfen.

Große Unsicherheit besteht bei den Parkettlegern hinsichtlich des zulässigen Feuchtegehalts der einzelnen Parkettarten. Bei Massivholz-Parkettstäben nach DIN EN 13226 (ehem. Stabparkett) ist ein Feuchtegehalt von 7 bis 11% zulässig. Wie erklärt sich diese Schwankungsbreite? Worauf muss der Parkettleger in Zukunft bei der Parkettbestellung achten?
Die Unsicherheit ist verständlich. Die Schwankungsbreiten sind jedoch durch die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse  in Europa begründet. Der Parkettleger muss künftig seinen benötigten Feuchtegehalt, den das Parkett haben soll, bestellen. Unsere bisherige Regelung (9 ± 2 )% bzw.( 8 ± 2 )% hat sich für unsere Breitengrade bestens bewährt. Die Beibehaltung dieser Holzfeuchten (bei Normalnutzung) wäre eine Empfehlung. Der deutsche Produzent kann das. Und was sich bewährt  hat, sollte man nicht verändern.

Die Globalisierung führt dazu, dass zunehmend Importware aus dem nicht europäischen Raum angeboten wird, die vermutlich nicht genormt ist. Geht der Parkettleger hier ein unkalkulierbares Risiko ein, wenn ungenormte Ware verlegt wird?
Das ist eine umfassende Frage, die hier kompakt beantwortet werden soll: Nach dem Bauproduktengesetz darf künftig ein Holzboden nur in den Verkehr gebracht werden, wenn dieser das CE Zeichen hat. Für die Erlangung des CE Zeichens gibt es Bedingungen, die in der prEN 14342 festgelegt sind. Diese Norm ist derzeit im Stadium der Europäischen Umfrage und wird voraussichtlich Mitte nächsten Jahres Gültigkeit erlangen. Danach muss z.B. das Produkt den europäischen Normen entsprechen. Es gilt also zu prüfen, ob dem auch so ist. Wenn das Produkt eingebaut werden soll, wird es künftig erhöhte Anforderungen an den Hersteller geben. Das Produkt muss in der Bauregelliste B Teil 1 aufgenommen sein. Die Voraussetzung hierfür ist die Baustoffzulassung. Derzeit ist dies aber nur dann notwendig, wenn eine Schwerentflammbarkeit des Parkettbelages gefordert wird. Die Aufnahme in die Bauregelliste setzt interne und externe Produktüberwachungen und -prüfungen im Herstellerwerk vor. Das wird sicher bei einem außereuropäischen Produzenten etwas schwieriger werden. Es bleibt abzuwarten. Zur Zeit läuft noch die Diskussion im Rahmen der Technischen Baubestimmungen (LTB). Die Thematik „Bodenbeläge“ – und das beinhaltet Parkett – ist in das Referat II 4 des DIBT „Gesundheitsschutz, Umweltschutz,  Koordinierung und Grundsatzfragen“, aufgenommen worden. Der Parkettleger ist gut beraten, sich seinen Lieferanten insbesondere unter dem qualitativen Gesichtspunkt auszuwählen.

Die Fragen beantwortete Volker Brückner, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie e.V.

Sensible Hölzer

Was versteht man unter dem Begriff «Sensible Hölzer» und welche Holzarten zählen hierzu?
Als sensible Holzarten werden solche Hölzer bezeichnet, die ein starkes Quell- und Schwindverhalten zeigen und die relativ kurze Feuchtewechselzeiten aufweisen. Darunter versteht man die Fähigkeit der jeweiligen Holzart, sich mehr oder weniger schnell einem geänderten Umgebungsklima durch Aufnahme oder Abgabe von Wasser in bzw. aus der Holzsubstanz anzupassen. Dieser Prozess verläuft so lange, bis die Holzausgleichsfeuchtigkeit erreicht ist. Deshalb sollte bei der Betrachtung des Quell- und Schwindverhaltens einer Holzart auch immer die Feuchtewechselzeit mit in die Überlegungen einbezogen werden. Die Holzart Eiche gilt z.B. als eine sehr gut «stehende» Holzart. Das heißt, dass sich Eiche wenig verformt, also nur wenig quillt und schwindet. Mit ein Grund für dieses gutmütige Verhalten ist die lange Feuchtewechselzeit, also das träge Ansprechen auf veränderte Umgebungsklimata. Hingegen gelten viele Buntholzarten, so z.B. Buche oder Ahorn, als sensible Hölzer. Sie zeigen ein schnelles und relativ starkes Verhalten auf geänderte Umgebungsbedingungen.

Ist die Verwendung von Parkett aus sensiblen Hölzern uneingeschränkt möglich?
Wenn alle Faktoren berücksichtigt werden, lassen sich moderne Parkettprodukte heute auch beispielsweise auf beheizten Fußbodenkonstruktionen einsetzen. Allerdings gibt es gewisse Einschränkungen. Eine massive Diele aus Buche in hohen Räumen mit Fußbodenheizung und daraus notwendiger Heizleistung wäre sicher eine sehr schlechte Wahl. Dagegen können mehrschichtig aufgebaute Parkettkonstruktionen mit sinnvollen Formaten vollflächig auf dem Untergrund verklebt auch auf beheizten Untergründen eingesetzt werden.

Welche konstruktiven Merkmale soll dabei ein Parkett aufweisen, das aus einem sensiblen Holz hergestellt ist?
Massivparkett: Ein günstiges Breiten/Längenverhältnis und nicht zu große Formate spielen hier eine wesentliche Rolle. Klassisches  Lamparkett ist mit Vorsicht zu betrachten, ebenso überbreite Riemen oder gar Dielenkonstruktionen. Ideal aufgrund der geringen Formate ist hier Mosaikparkett in allen seinen Designs zu  benennen.

Mehrschichtparkett: Entscheidend ist hier der qualitative Aufbau der Elemente. In der Praxis bewährt haben sich Konstruktionen, deren   Mittel- und Trägerlagen aus Fichte/Tanne oder Birkensperrholz hergestellt sind. Diese Trägerschichten reduzieren eine eventuelle Verformung und wirken einem konkaven oder konvexen Verformen der Elemente entgegen. Natürlich hat auch die Verleimung der Schichten untereinander einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität der Produkte.

Parkett  auf  Fußbodenheizung:
Unter Betrachtung der heute möglichen Bandbreite von unterschiedlichen Parkettkonstruktionen sollte beim Einsatz von sensiblen Holzarten auf beheizten Unterkonstruktionen immer auf abgesperrtes, d.h. mehrschichtig aufgebautes Parkett zurückgegriffen werden. Bei diesen Konstruktionen ist das absolute Quell- und Schwindmaß gegenüber vergleichbaren massiven Produkten grundsätzlich und wesentlich geringer. Vorzuziehen sind vollflächig verklebte Konstruktionen.

Worauf hat der Endverbraucher zu achten, wenn er sich für Parkett aus einem sensiblen Holz entscheidet?
Auch der Bauherr und Benutzer des Parkettbodens hat einen wesentlichen Einfluss auf das spätere Erscheinungsbild. Zu nasse Reinigung, falsches Raumklima oder ein falscher Betrieb der Fußbodenheizung beeinflussen immer direkt den Parkettboden, und zwar unabhängig von Konstruktion oder Holzart. Bei sensiblen Hölzern ist dieser Einfluss nur stärker und schneller optisch erkennbar. Ein gesundes Raumklima mit einer Temperatur von etwa 20°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 – 60% hilft Schüsselungen und Fugenbildungen zu vermeiden. Dies ist im übrigen auch genau der Bereich, in welchem wir Menschen uns am wohlsten fühlen. Die Reinigung sollte möglichst oft trocken durch saugen oder fegen erfolgen.Wenn feucht gereinigt wird, muss immer mit einem sehr gut ausgewrungenen Tuch, das auf keinen Fall tropfen darf, gearbeitet werden.

Welche Hinweispflichten obliegen dem Verleger im Kundengespräch, sofern sensible Hölzer zum Einsatz kommen?
Es ist die Aufgabe des Handwerkers, den Bauherren über die Eigenschaften des Werkstoffes Holz umfassend aufzuklären. Dazu gehören Quellen, Schwinden, Fugen und der Einfluss des Raumklimas. Schlecht beraten ist jeder Verleger, der solche Punkte, speziell beim Einsatz sensibler Holzarten, nicht anspricht. Letztlich ist es der Kunde, der die Entscheidung trifft, welches Parkett er verlegt haben möchte. Den Weg, diese Entscheidung wissentlich treffen zu können, muss ihm der Handwerker durch eine kompetente Beratung ebnen.

Was bedeutet die Kennzeichnung EMICODE?

Der EMICODE wurde von der GEV* eingeführt. Er dient zur Klassifizierung und Kennzeichnung von emissionskontrollierten Verlegewerkstoffen, Klebstoffen und Bauprodukten. Durch das Klassifizierungssystem EMICODE lassen sich die Produkte nach ihrem Emissionsverhalten in die folgenden drei Klassen einstufen:

EC2: Emissionsarme Produkte werden   mit dem EMICODE EC2 ausgezeichnet. Diese Klasse erfüllt die Grundvoraussetzungen zum Erhalt eines EMICODE-Siegels.

EC1: Die Klasse EMICODE EC1 hat sich über viele Jahre als höchster Standard für sehr emissionsarme Produkte bewährt. Die mit diesem Siegel ausgezeichneten Produkte erfüllen höchste Umwelt- und Gesundheitsansprüche.

EC1PLUS: Das EMICODE-Siegel EC1PLUS ist die Premiumklasse, die die Grenze des technisch Machbaren beschreibt. 2010 eingeführt, setzt sie noch einmal deutlich strengere Grenzwerte als die bislang beste Klasse EC1.

Welche Vorteile hat der Verarbeiter bei Verwendung von Parkettklebstoffen mit der EMICODE-Kennzeichnung?

Produkte mit EMICODE-Zertifizierung sind praktisch frei von Lösemitteln, Hochsiedern und anderen flüchtigen Substanzen und sie werden darauf hin auch zertifiziert und unabhängig überprüft. EMICODE-Produkte eröffnen damit nicht nur einen erheblich verbesserten Arbeitsschutz für den Verarbeiter, sondern schützen darüber hinaus auch den Endverbraucher vor Geruchsentwicklungen und Emissionen. Gerade bei einem Naturprodukt wie Parkett ist das ein wichtiges Argument.

Haben EC1-gekennzeichnete Parkettklebstoffe Nachteile?

Ob es sich nun um Dispersions- oder um Reaktionsharzklebstoffe handelt – alle diese Klebstoffe unterscheiden sich in ihren technischen Eigenschaften, unabhängig davon, ob sie nun mit dem EMICODE gekennzeichnet sind oder nicht.

Die EMICODE-Kennzeichnung bietet in jeder Hinsicht nur zusätzliche Sicherheit ohne irgendwelche weiteren Nachteile. Es spricht deshalb alles für die Verwendung von Parkettklebstoffen mit dem EMICODE.

Ist bei der Verwendung von EC1-Klebstoffen eine besondere Untergrundvorbereitung notwendig?

Die EMICODE-Kennzeichnung bezieht sich ausschließlich auf die Emissionseigenschaften und nicht auf ein bestimmtes anwendungstechnisches Verhalten. Insofern ist für EMICODE-Klebstoffe keine besondere Untergrundvorbereitung nötig. Wie immer bei der Verlegung von Parkett, muss zuerst ein belegreifer Boden hergestellt werden. Vor der Verarbeitung von Dispersionsklebstoffen auf unebenen oder nicht saugfähigen Untergründen muss in der Regel gespachtelt werden, um eine gleichmäßig ebene und saugfähige Fläche zu erhalten. Das gilt aber generell für Dispersionsklebstoffe, nicht nur für diejenigen mit EC1/ EC1PLUS

Lässt sich jede Verlegesituation mit EMICODE-Klebstoffen bewältigen?

Egal, welche Holzart auf welchem Untergrund verlegt werden soll, für jeden Fall stehen bestens geeignete EMICODE-Klebstoffe zur Verfügung. In rund 80 Prozent der Fälle kann dabei mit sehr emissionsarmen EC1/ EC1PLUS -Dispersionsklebstoffen gearbeitet werden, die zweifellos als arbeits- und umweltfreundlichste Klebstoffgruppe anzusehen sind. In den restlichen Fällen können sehr emissionsarme Reaktionsharzklebstoffe eine optimale Lösung bieten.

Macht der EMICODE die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (ABZ) überflüssig?

Nein! Die ABZ ist heute die Mindestvoraussetzung, die jeder Parkettklebstoff, der in Aufenthaltsräumen eingesetzt wird, erfüllen muss. Parkettklebstoffe mit dem  EMICODE müssen deutliche höhere Emissionsanforderungen erfüllen, als sie über die ABZ gefordert werden. Anders als bei der ABZ wird zudem das Einhalten der EMICODE-Kriterien durch unabhängige Überprüfungen verifiziert. Der EMICODE bietet somit einen erkennbaren Mehrwert sowohl für den Verarbeiter als auch für den Endverbraucher.

*Gemeinschaft Emissionskontrollierte Verlegewerkstoffe, Klebstoffe und Bauprodukte e.V.